Offene Behindertenarbeit Service Club greift helfend unter die Arme

Gerald Vornberger und Severin Wejbora vom Lions Club übergeben das neue Fahrzeug an Birgit Seelbinder und Petra Burger von der Offenen Behindertenarbeit (von links). Foto:  

Lions Club und Aktion Mensch legen zusammen. Gemeinsam spenden sie ein Fahrzeug für die Offene Behindertenarbeit im Landkreis Wunsiedel.

Marktredwitz - Den stolzen Betrag von knapp 9000 Euro hat der Lions Club Marktredwitz-Fichtelgebirge für die Anschaffung eines Fahrzeugs gespendet. Am Donnerstag übergaben Präsident Severin Wejbora und Past Präsident Gerald Vornberger den neuen VW Caddy an die Offene Behindertenarbeit–Familienentlastender Dienst (OBA–FeD). Erste Vorsitzende Dr. Birgit Seelbinder und Geschäftsführerin Petra Burger nahmen den siebensitzigen PKW freudestrahlend entgegen.

Unterstützung bei Pflege und Terminen

Das bisherige Auto machte nicht mehr so richtig mit, daher sollte ein neues beschafft werden. Denn die Liste der Einsatzzwecke sei vielfältig, legte Birgit Seelbinder dar: „Unterstützung von Personen mit Behinderung bei Einkäufen oder bei Arzt- und Therapieterminen. Entlastung von pflegenden Angehörigen dadurch, dass die OBA–FeD die Kinder und Erwachsenen stundenweise in Betreuung nimmt. Außerdem gibt es Gruppenangebote im Freizeitbereich wie Ausflüge und Sportangebote oder Teilnahme an Veranstaltungen im Landkreis.“

Doch der Verein selbst kann das benötigte Auto nicht aus eigenen Mitteln finanzieren. Wer kann in so einer Situation helfen?, war bereits im Herbst 2019 die Frage. Schnell kam der Gedanke auf die Aktion Mensch, die größte private Förderorganisation in Deutschland für Menschen mit und ohne Behinderung. Auf den Förderantrag kam die Zusage, dass die Aktion Mensch 70 Prozent der Finanzierung übernimmt. Eine große Erleichterung. Aber wie kann der Eigenanteil von 30 Prozent gestemmt werden?

Offenes Ohr beim Lions-Präsidenten

Petra Burger erzählte schon im Herbst bei einer privaten Einladung davon. Gerald Vornberger, damals Präsident des Lion Clubs Marktredwitz–Fichtelgebirge hatte dabei aufmerksam zugehört. „Ich war damals auf der Suche nach einem sozialen Zweck für die sogenannte Präsidentenspende. In seiner einjährigen Amtszeit darf der jeweilige Präsident die Bestimmung und den Empfänger für die Spende des Lions Clubs vorschlagen.“ Gerald Vornberger informierte sich bei Petra Burger näher, stellte sein Vorhaben in der Mitgliederversammlung vor und erhielt die einhellige Zustimmung. Der tatsächliche Kauf des VW Caddy verschob sich dann in die Amtszeit des neuen Lions Club-Präsidenten Severin Wejbora. „Für uns ist die Förderung der Teilhabe behinderter Menschen in der Gesellschaft bedeutsam. Noch dazu kommt das Projekt Menschen in unserer Region zugute“, sagte Wejbora. „Da unterstützen wir gerne!“

Service-Club bringt Eigenanteil

Gerald Vornberger beschreibt, dass der Staat für die Grundsicherung sorge, sich danach aber eine Lücke auftue. „Und da versucht der Lions Club, ebenso wie andere Service Clubs, Brücken zu schlagen.“ Das Motto der Lions heiße „We serve“, übersetzt „Wir dienen“. Sie setzten sich für Völkerverständigung, Toleranz, Humanität, Bildung sowie Klimaschutz ein und förderten soziale und kulturelle Projekte. Dazu gehöre auch die regelmäßige Unterstützung eines Behindertenheimes in Mnichov bei Marienbad in Tschechien. „Dort besuchen wir unseren Jumelage Club LC Marienbad bei seinem traditionellen Sommerfest. Unsere tschechischen Freunde unterstützen dort seit Jahren das Heim für Behinderte. Und wir helfen mit.“ Dr. Birgit Seelbinder hörte das gerne, sie setzt sich schon seit Jahrzehnten für grenzüberschreitende Projekte ein.

Die Offene Behindertenarbeit–Familienentlastender Dienst ist ein Tochterverein der Lebenshilfe im Fichtelgebirge. Seine Arbeit wird durch Fördergelder des Freistaats Bayern und des Bezirks Oberfranken sowie Budgets der Pflegekassen unterstützt. Aber für größere Anschaffungen brauche es eben auch private Unterstützung, sagen Birgit Seelbinder und Petra Burger. „Wir als Trägerverein bedanken uns vor allem im Namen der Menschen mit Behinderung recht herzlich für die außerordentliche Spendensumme und versichern, dass die Investition zu 100 Prozent dem gemeinnützigen Zweck zugutekommt!“

 
 

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