Offener Brief „Der Aufwand ist unzumutbar“

red

Stefan Schmalfuß, Geschäftsführer des Central-Kinos, schreibt an die Hofer Abgeordneten: Die 2G-plus-Einlasskontrollen seien kaum zu bewältigen.

Stefan Schmalfuß Foto: Thomas Neumann/Thomas Neumann

Hof - Der offene Brief von Kino-Chef Stefan Schmalfuß richtet sich an die Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Friedrich (CSU) und Jörg Nürnberger sowie an die Landtagsabgeordneten Alexander König (CSU) und Klaus Adelt (SPD). Kulturbetriebe seien, wie viele andere Branchen auch, wirtschaftlich in höchstem Maße von der Corona-Pandemie betroffen. „Gerade im kulturellen Metier machen sie ein wirtschaftliches Arbeiten inzwischen beinahe unmöglich.“ In den vergangenen Monaten, beklagt sich Schmalfuß, „mussten Zugangsregeln unzählige Male angepasst werden. Es galten mal 3G oder 3G-plus, mal 2G und zuletzt 2G-plus. „Und auch innerhalb der einzelnen Beschränkungen wurden und werden die Betriebe permanent mit neuen Regeln konfrontiert.“ Doch jede neue Regel bedeutete eine detaillierte Recherche mit Aufarbeitung für Mitarbeiter, Kunden und Besucher.

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Gerade die Kontrollen führten nun zu einer unzumutbaren Situation. Um die Einhaltung der 2G-Plus-Regeln sicher zu stellen, erfordere es einen enormen Aufwand. Den Mitarbeitern würden klassische Impfausweise oder digitale App-Varianten vorgelegt: „Corona-Warn-App, Luca-App, Cov-Pass-App und Co. präsentieren Impfnachweise in verschiedenster Form. Einige Check-Apps zeigen Boosterimpfungen an, andere wieder nicht. Ist der richtige Nachweis erst gefunden, beginnt unter Umständen die Kontrolle von Testnachweisen. Diese kommen aus Testzentren, Apotheken oder von Arbeitgebern – mal analog, mal digital. Keine Norm, kein Nachweis, der auf den ersten Blick zu erfassen ist. Nicht zuletzt tauchen immer wieder Fragen auf: In welcher Kombination kann der Status „geimpft“, „genesen“ und „geboostert“ einen Test ersetzen? Was gilt bei Kindern, was bei Schülern?“

Eine rasche Einlasskontrolle sei unter diesen Umständen nicht möglich, erklärt Schmalfuß. „Ich stelle weder die Auflagen infrage noch die Notwendigkeit von 2G-plus“, schreibt der Kino-Chef. „Doch die Maßnahmen müssen vernünftig kontrollierbar sein.“ Schmalfuß sieht zwei Wege. Eine pragmatische Vorgehensweise wäre: Man sollte die Unternehmen unbürokratisch von der Kontrollpflicht entbinden und die Verantwortung auf den einzelnen Bürger übertragen. „Somit wäre jeder einzelne für die Einhaltung der Corona-Regeln verantwortlich. Hier gilt wie im Straßenverkehr: Wer eine Regel missachtet, muss ein Bußgeld zahlen. Stichprobenartige Kontrollen sollten eine weitestgehend flächendeckende Einhaltung der Maßnahmen sicherstellen.“

Oder: Es müsse gewährleistet werden, dass die Kontrollen auf einfachere Weise durchgeführt werden können. Dazu brauche es Hilfsmittel wie eine Check-App, um effizient alle Impfungen, Schnelltests, Genesenennachweise und Boosterungen in ihrer Kombination und in einem Arbeitsschritt prüfen zu können. „Technische Möglichkeiten gibt es, aber sie müssen umgesetzt werden.“

Königs Antwort

CSU-Landtagsabgeordneter Alexander König äußerte sich am Freitag „dankbar“ über den „Hilferuf aus der Praxis“ von Stefan Schmalfuß. „Als Aufsichtsratsvorsitzender der Hofer Symphoniker weiß ich von diesen Problemen.“ Er habe Gesundheitsminister Klaus Holetschek dringend gebeten, die konstruktiven Vorschläge zeitnah zu überprüfen. „Nach zwei Jahren Pandemie müssten wir deutlich weiter sein. Einfache Instrumente wie eine einheitliche App fehlen leider bis heute,“ kritisiert König. .