"Wir akzeptieren, dass die gebotene Veränderung für das Oktoberfest 2026 aus zeitlichen Gründen nicht mehr erreichbar ist", sagte Egger laut Mitteilung. "An unserem eigentlichen Anliegen hat sich jedoch nichts geändert: Wir möchten eine gerichtliche Klärung, damit die begehrten Festzeltplätze künftig unter Wahrung der traditionellen Aspekte in einem transparenten, objektiv nachvollziehbaren und chancengleichen Verfahren vergeben werden."
Er betreibt auf der Wiesn ein kleines Zelt; möchte aber ein großes, hatte sich dafür aber vergeblich beworben. Ob er bei einem europäischen Vergabeverfahren bessere Chancen auf ein großes Zelt hätte, steht in den Sternen. Er hätte womöglich noch mehr Konkurrenz von Betreibern großer Zelte, die dafür mehr Erfahrung vorweisen könnten als er.
"Er hat nichts davon, richtet aber einen Riesen-Schaden an", sagte Wiesn-Wirte-Sprecher Peter Inselkammer kürzlich. Egger hat sich in der Wirtegemeinschaft nicht unbedingt Freunde gemacht.
Wie sieht die Stadt Eggers Ziel?
Die Stadt will bei ihrem Zulassungsverfahren bleiben. Es gehe um den Erhalt der gewachsenen Tradition, hieß es stets. Oberbürgermeister Krause unterstreicht, das Oktoberfest sei ein Münchner und bayerisches Volksfest mit über 200-jähriger, weltweit einzigartiger Tradition und über Generationen gewachsener Festkultur. "Diese Werte zu bewahren, ist entscheidend für ihre internationale Strahlkraft und ihre Beliebtheit bei den Münchnerinnen und Münchnern."
Der juristischen Klärung in der Hauptsache sehe die Stadt gelassen entgegen, nachdem die Vergabekammer in erster Instanz das Zulassungsverfahren bestätigt habe, sagte Krause. "Als Stadt München werden wir weiter alles tun, um den Schutz unserer kulturellen Identität zu bewahren."
Was sagen die Wirte zu einer EU-Ausschreibung?
Die Sprecher der Wiesn-Wirte, Peter Inselkammer und der mit seinem Zelt direkt betroffene Christian Schottenhamel, warnten, bei einer europaweiten Ausschreibung gerate das Oktoberfest ins Visier multinationaler Konzerne. "Durch eine grenzenlose Kommerzialisierung würde unser Oktoberfest sein unverwechselbares Gesicht verlieren und nicht mehr so sein wie früher", sagte Inselkammer kürzlich. Schottenhamel ergänzte, die Wiesn sei ein Stück Heimat und kulturelle Identität. "Wir dürfen sie nicht den internationalen Multis opfern, die nur auf Gewinnmaximierung aus sind."