Was den Gastronomen zu dem aufwendigen Streit treibt, gibt vielen Rätsel auf. Mancher fragt sich, ob Egger wirklich nur für sich handelt. Das Oktoberfest ist ein Riesengeschäft.
Wirte-Sprecher Peter Inselkammer warnte vor einer grenzenlosen Kommerzialisierung, sollte sich Egger durchsetzen. Bei einer europaweiten Ausschreibung gerate das Oktoberfest ins Visier multinationaler Konzerne.
Würden die Zelte tatsächlich nach europäischem Vergaberecht ausgeschrieben, würden Eggers Chancen nach Ansicht anderer Wirte nicht unbedingt steigen. Er hätte noch mehr Konkurrenz von Betreibern großer Zelte, die dafür mehr Erfahrung vorweisen könnten als er. "Er hat nichts davon, richtet aber einen Riesen-Schaden an", sagt Wiesn-Wirte-Sprecher Inselkammer. Und: "Sich reinzuklagen, ist keine bayerische Art! Die Wiesn ist ein Gemeinschaftsprojekt."
Egger selbst hatte sein Vorgehen so erklärt: "Wir wollen, dass die Stadt München die begehrten Festzeltplätze künftig nach transparenten, objektiven und fairen Kriterien vergibt, und damit allen leistungsfähigen Bewerbern eine reelle und gleichberechtigte Chance auf ein großes Festzelt eröffnet." Und er kündigte an: "Wir werden alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen."
In erster Instanz vor der Vergabekammer Südbayern der Regierung von Oberbayern scheiterte er mit seinem Antrag auf eine Zelt-Zuteilung nach EU-Vergaberecht. Deswegen jetzt die nächste Instanz und der Eilantrag.
Sorge um Verlust von Tradition
Die Ablehnung von Eggers Vorstoß in erster Instanz war in München weithin begrüßt worden. Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) sagte, die Wiesn sei weit mehr als eine Großveranstaltung - "sie ist Ausdruck bayerischer Lebensart, ein Stück gelebter Kultur und ein weltweit bekanntes Symbol für München".