Olympische Spiele Achtelfinal-Aus für Krawietz/Pütz

Der Medaillentraum ist geplatzt: Kevin Krawietz (Bild) musste sich im Achtelfinale des olympischen Tennisturniers mit seinem Partner Tim Pütz den Briten Andy Murray/Joe Salisbury geschlagen geben. Foto: imago images/GEPA pictures/Patrick Steiner

Für den zweimaligen French-Open-Champion Kevin Krawietz aus Ahorn-Witzmannsberg und den Frankfurter Tim Pütz war das Achtelfinale des olympischen Tennisturniers die Endstation. Das deutsche Duo unterlag dem britischen Gespann Andy Murray/Joe Salisbury mit 2:6, 6:7 (2:7) und verpasste damit das Viertelfinale. Krawietz hat nun mit Laura Siegemund im Mixed noch eine Medaillenchance.

Tokio/Witzmannsberg - Der zweimalige French-Open-Champion Kevin Krawietz aus Ahorn-Witzmannsberg bei Coburg und der Frankfurter Tim Pütz müssen ihren Traum von einer gemeinsamen Medaille abhaken. Das deutsche Duo kam sprichwörtlich vom Regen in die Traufe und unterlag am Dienstag dem zweimaligen Einzel-Olympiasieger Andy Murray und Joe Salisbury (Großbritannien) mit 2:6, 6:7 (2:7) und verpasste damit das Viertelfinale.

Regenpausen

Wegen Regens konnten Krawietz/Pütz den Court erst mit gut einstündiger Verspätung betreten, es folgte nach kurzem Start eine nächste wetterbedingte Pause über 1:45 Stunden. Danach waren Murray/Salisbury zunächst zwingender in ihrem Spiel. Im zweiten Satz biss sich das deutsche Doppel ins Match hinein, aber im Tiebreak drehten die Briten dann noch einmal auf.

Riesige Enttäuschung

„Natürlich bin ich riesig enttäuscht“, gab Krawietz kurze Zeit nach dem Aus gegenüber unserer Zeitung zu Protokoll. „Unsere Gegner haben sehr sehr gut gespielt und sehr gut retourniert. Der erste Satz ging schnell weg, obwohl wir nach der Regenpause die Chance hatten zurückzukommen. Aber die haben wir nicht genutzt. Es ist bitter gelaufen“, analysierte der Wahl-Münchner. Er und Pütz hätten anerkennen müssen, „dass die beiden an diesem Tag einfach zu gut waren. Andy hat noch einmal gezeigt, dass er der Andy ist beim Return, aber auch Salisbury hat die Bälle sehr gut zurückgebracht. Wir haben im zweiten Satz nochmals alles gegeben, wollten das Match noch eng halten, was uns auch gelungen ist. Wir haben unsere Aufschlagspiele gut gehalten, mussten aber jedes Spiel kämpfen und dann spielen sie einen extrem guten Tiebreak. Wir können uns nichts weiter vorwerfen. Wir haben okay gespielt, aber wir hätten unser Optimum bringen müssen, um sie zu schlagen, das heute hat leider nicht gereicht.“

Weitere Medaillenchance

Krawietz hatte zusammen mit Andreas Mies (Köln) 2019 und 2020 bei den French Open in Paris triumphiert. In Tokio muss er aber auf seinen etatmäßigen Partner verzichten, da Mies sich von einer Knie-OP erholt. Der Traum von einer Medaille lebt allerdings für den 29-jährigen Oberfranken trotz der Niederlage im Doppel noch, denn Laura Siegemund und Kevin Krawietz haben beim olympischen Tennis-Turnier eine weitere Medaillenchance für den Mixed-Wettbewerb erhalten. Allerdings haben die beiden eine schwierige Erstrundenaufgabe erwischt. Die deutsche Paarung trifft in der ersten Runde am Mittwoch oder Donnerstag auf die an Position drei gesetzten US-Amerikaner Bethanie Mattek-Sands und Rajeev Ram, wie die Auslosung am Dienstag ergab. „Es ist nur ein kleines 16er-Feld und auch im Mixed ist alles möglich. Wir konzentrieren uns nun noch auf diese letzte Chance hier“, gab sich Krawietz nach dem Aus im Doppel schon wieder kämpferisch.

Bis zuletzt war fraglich gewesen, ob die Ranglistenplatzierungen der Deutschen für eine Teilnahme im Mixed-Wettbewerb der Olympischen Spiele ausreichen. Der Deutsche Tennis Bund hatte auch Anna-Lena Friedsam und Tim Pütz gemeldet, für die beiden reichte es aber nicht für einen Platz im 16er-Feld. Spitzenspieler Alexander Zverev hatte aufgrund der schwierigen klimatischen Bedingungen in der japanischen Hauptstadt auf einen Start in einem dritten Wettbewerb neben Einzel und Doppel verzichtet.

Die Schwäbin Siegemund ist in Tokio im Einzel und Doppel bereits ausgeschieden, kann aber wie Krawietz Erfolge vorweisen: 2016 hatte sie im Mixed an der Seite des Kroaten Mate Pavic den Titel bei den US Open gefeiert. In New York gewann die Metzingerin im vergangenen Jahr zudem die Doppel-Konkurrenz. sid/mdö

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