Mit den Porzellanfabriken kam um die Jahrhundertwende des 19. Jahrhunderts unter anderem mit der Kunstabteilung der damaligen Porzellanfabrik Zeh-Scherzer die Kunst erst nach Rehau. Otto Dörfel erblickte das Licht der Welt am 22. Februar 1905, seine Kindheit verlief so, wie es ist,wenn die Eltern nicht gerade vermögend sind. Es ist anzunehmen, dass er ab 1928 eine Lehre in der oben genannten Kunstabteilung absolvierte, nicht nur als Maler, sondern auch als Modelleur. Anschließend schrieb sich Otto Dörfel für das Wintersemester 1931/32 in der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste im Fach Bildhauerei bei Professor B. Bleeker ein, der als Vertreter der Bildhauerei noch heute einen Namen hat. Er wurde angenommen, erhielt die Matrikelnummer 0025. Gleich nach Beendigung seines Studiums bewarb sich Otto Dörfel mit seiner Bronze-Figur „Gazelle“ an der ersten großen Deutschen Kunstausstellung von 1937 im Haus der Deutschen Kunst in München: ein großes Wagnis für einen Neuling. Aber seine Arbeit war von Erfolg gekrönt, denn sie wurde nicht nur in den Presseberichten lobend erwähnt. Dieser Ausstellungsbeteiligung folgten in den folgenden Jahren noch weitere, in denen Dörfels Arbeiten immer Erfolgreich dabei waren. Natürlich unterhielt Dörfel in München auch ein eigenes Atelier. Er war ein großer Künstler seiner Zeit,dessen eigentlich zeitlose Skulpturen, die an keine Weltanschauung gebunden sind, heute noch eine große Ausstrahlung haben. Otto Dörfel fungierte nicht nur als Bildhauer, sondern ebenso auch als Maler, sind doch nach verschiedenen Aussagen etwa 300 Bilder und an die 5O Figuren von ihm bekannt. Diesem Schaffen setzte der Zweite Weltkrieg ein jähes Ende, an das Otto Dörfel nach seiner Heimkehr aus der Gefangenschaft nicht mehr anknüpfen konnte, denn er verstarb schon im Dezember 1948 in Rehau.