Packung für die Wölfe Die alte Leier gegen Ravensburg

Auch 750 mitgereiste Fans können es nicht ändern: Die Selber Wölfe kassieren gegen die Towerstars zum dritten Mal in dieser Saison eine Klatsche.

Die Ravensburg Towerstars sind nicht gerade ein Lieblingsgegner für die Selber Wölfe. 3:7 und 0:7 hieß es in den ersten beiden Aufeinandertreffen dieser Saison aus Sicht der Wölfe – und auch am Mittwochabend wurde es ein Siebener-Pack. Nach einem starken und ausgeglichenen ersten Drittel setzte es am Ende eine 2:7 (1:1, 1:3, 0:3)-Niederlage. „Die Einstellung und kämpferische Leistung war dennoch okay“, sagte Trainer Sergej Waßmiller, der den Hausherren eine enorme Qualität bescheinigte.

Siege in Bayreuth und gegen Krefeld, dazu gut 750 Fans, die im Sonderzug oder mit dem Auto nach Oberschwaben gereist sind: Rückenwind gab es reichlich für die Wölfe vor ihrem Gastspiel beim Tabellenfünften. Sie bewiesen in den ersten 20 Minuten auch, dass sie nicht erneut nur Kanonenfutter sein wollten für die Oberschwaben, hielten auf dem Eis sehr gut mit – und hatten auf den voll besetzten Rängen die Oberhand. „Einfach geil unsere Fans. Sie sind die Besten der DEL2“, schwärmte Stürmer Jan Hammerbauer. „Brutal, welche Stimmung die Selber hier machen“, sagte auch der Ravensburger Marvin Drothen in der ersten Pause. 1:1 stand es zu diesem Zeitpunkt.

Die Hausherren waren in der zehnten Minute durch ihren Topscorer Sam Herr in Führung gegangen, als von beiden Mannschaften ein Spieler auf der Strafbank saß und die Wölfe ausgekontert wurden. Das durchaus mögliche 2:0 verhinderte Weidekamp, der erneut den verletzten Bitzer im Tor vertrat. Etwas überraschend fiel nach 17 Minuten der Ausgleich. Kruminsch bediente Wölfe-Verteidiger Trska, der platziert abschloss und die Fans jubeln ließ. Eiskalt erwischt wurden die Wölfe im Mitteldrittel. Nur 19 Sekunden dauerte es, da lag Ravensburg erneut in Führung. Trska kam im Zweikampf gegen Hadraschek ins Straucheln, konnte den Pass auf Nick Latta nicht verhindern, und der Ex-Weidener ließ Weidekamp keine Chance. Selb hatte aber vier Minuten später die passende Antwort parat. Nach einem Hammerbauer-Schuss war erneut Trska zur Stelle und fälschte die Scheibe unhaltbar ab. Die Wölfe waren in der Folge dem 3:2 zunächst sogar näher als Ravensburg, das Tor fiel dann aber doch auf der anderen Seite, als MacDonald den Puck unmittelbar vor Weidekamp abfälschte (31.). Und der Gastgeber legte nur 67 Sekunden später durch Ketterer zum 4:2 – erneut abgefälscht – nach. Bitter für Selb, hatte man dem Favoriten doch bis dahin so gut Paroli geboten.

Noch bitterer wurde es im Schlussdrittel. Den Wölfen gingen Kraft und Konzentration verloren, was die Ravensburger mit drei Treffern binnen fünf Minuten gnadenlos ausnutzten. Den Selber Fans wars relativ egal. Sie setzten ihre Party einfach fort – im Stadion und später wieder im Sonderzug.

Selber Wölfe: Weidekamp (Spiewok) – Trska, Lavallée, Kania, Reddick, Fern, Schaaf – Miglio, Kruminsch, Naumann, Schwamberger, Vantuch, McNeill, Woltmann, Hammerbauer, Deeg, Klughardt, Noack, Silbermann.

Schiedsrichter: Brill/Ratz. – Zuschauer: 3418 (ausverkauft). – Tore: 10. Min. Herr (4-4) 1:0, 17. Min. Trska (Kruminsch, Lavallée) 1:1, 21. Min. N. Latta 2:1, 25. Min. Trska (Hammerbauer) 2:2, 31. Min. MacDonald 3:2, 32. Min. Granz 4:2, 42.Min. Hessler 5:2, 45. Min. Granz 6:2, 45. Min. Herr (5-4) 7:2. – Strafminuten: Ravensburg 8, Selb 10.

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