Parakanu Zwei Hofer Paddlerinnen zu den Special Olympics

Vorne Stephanie Gebhardt, hinten Victoria Tippelt. Foto:  

Bei den Special Olympics World Games im Juni 2023 sind zwei Hoferinnen dabei. Wie haben sie das geschafft?

Erstes gemeinsames Ziel erreicht: Die Paddlerinnen Victoria Tippelt (hinten) und Stephanie Gebhardt vom Faltbootclub Hof wurden von Special Olympics Deutschland für die Teilnahme an den Weltspielen 2023 in Berlin nominiert. „Es ist ein großer Erfolg“, erklärt Christel Schlisio, Vorsitzende des Vereins. Sie werden als Unified Team an den Start gehen: Dort bilden Menschen mit einer geistigen Behinderung und Menschen ohne geistige Behinderung ein Team. Die Athletinnen mussten in den Qualifizierungsrennen mit dem Tourenboot starten, nicht dem Parakanu. Entsprechend groß ist die Freude.

Beide haben hart trainiert und bei den Nationalen Spielen alles gegeben. Durch ihre Berufung in das deutsche Team für die Weltspiele von Special Olympics 2023 in Berlin haben sie ihr erstes gemeinsames Ziel erreicht. Der Sieg bei den Nationalen Spielen im Juni im K2 Touring Boot war für das Team vom Faltbootclub Hof für die Nominierung eines der Kriterien, ein weiteres sicherlich, dass beide in der Lage sind, auch im Professional Boot zu fahren. Damit ist ein Kajakrennboot gemeint, das einen etwas flacheren Boden hat. Das sogenannte Parakanu-Rennboot beherrschen die beiden.

Die beiden erfahrenen Paddlerinnen blicken in ihren Disziplinen bereits auf eine erfolgreiche Karriere zurück. Viktoria Tippelt paddelt seit ihrer frühen Jugend und nahm bereits erfolgreich an Deutschen Meisterschaften teil. Seitdem die 35-Jährige durch eine fortschreitende Augenerkrankung 80 Prozent ihrer Sehkraft verloren hat, versucht sie dennoch ihren Sport weiter zu betreiben. Sie gewann in den letzten beiden Jahren mit großem Vorsprung die Rennen der offenen Startklasse der Parakanuten bei den deutschen Meisterschaften. Neben ihrem Beruf als Diätassistentin und Mutter zweier Kinder trainiert sie den Vereinsnachwuchs im Hallentraining. „Ich habe gar nicht mehr mit einer Nominierung von uns beiden gerechnet“, sagte Victoria Tippelt nach dem Erhalt der Nominierungsmail aus Berlin. „Das ist ja cool!“ – das war die erste Reaktion von Stephanies Mutter auf die Nachricht. Die 29-jährige Stephanie Gebhardt gewann bereits 2011 bei den Weltspielen von Special Olympics zweimal die Silbermedaille. Sie nahm an vielen Nationalen Spielen im Einer-Kajak teil. Bisher wurde bei Special Olympics Veranstaltungen in Tourenbooten gefahren. Bei den Nationalen Spielen 2022 gewann Gebhardt die Bronzemedaille, genau wie bei den deutschen Meisterschaften 2022 in Brandenburg. Sie trainiert schon immer in der Gruppe der jugendlichen Rennfahrer im Verein, sowohl im Sommer auf dem Wasser, als auch im Wintertraining in der Turnhalle. Sie arbeitet in den Hochfränkischen Werkstätten.

Beide haben in diesem Jahr gemeinsam in einem geliehenen Parakanu-Boot trainiert. Gebhardt sitzt vorne und steuert das Boot. Tippelt bringt ihre ganze Rennerfahrung mit ein. Sie findet diese Erfahrung, als Unified Partnerin dabei zu sein, bereichernd und spannend. Das Konzept der Unified Teams von Special Olympics sieht vor, dass beide gleichberechtigt zusammen über eine längere Zeit trainieren, und von den Lebenswelten des Partners erfahren und als Team zusammenwachsen.

Foto: Schlisio

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