Günter Klust kann nicht mehr zuschauen. Es ist zehn Minuten vor 12 Uhr am Dienstag. Mit 20 Minuten Verspätung geht 700 Kilometer Luftlinie entfernt in Paris der prominenteste und beste Judoka des PTSV Hof auf die Matte. Timo Cavelius ist der erste Olympionike des Vereins. Ein langer Weg liegt hinter der Familie, die den Verein seit Jahrzehnten prägt. Noch beschwerlicher ist das, was Cavelius für die Erfüllung seines Traums leisten musste. Seit 20 Jahren hatte er auf diesen einen Moment hingefiebert. Als Siebenjähriger hatte er die Gold-Medaille von Yvonne Bönisch am TV-Gerät miterlebt. 20 Jahre später steht er auf der olympischen Matte. Und ganz Hof unterstützt den 27-Jährigen aus der Ferne.