Parkinson Sich gemeinsam der Krankheit stellen

Pirko Nieting

Die Diagnose Parkinson bedeutet einen tiefen ­Einschnitt in die bisherige Lebensplanung. In Hof ist eine Selbsthilfegruppe wichtige Anlaufstelle für Betroffene und ihre Angehörigen.

Oft zittern zunächst die Hände – und dann stellt die Diagnose Parkinson alles auf den Kopf. In Hof gibt es eine Selbsthilfegruppe, in der sich Betroffene undihre Angehörigen vertraulich austauschen und gegenseitig unterstützen können. Foto: /DPV

Hof - Die Lebensumstände von Patienten und ihren Angehörigen zu verbessern, das ist das Ziel der Parkinson-Selbsthilfegruppe in Hof. „Auch wenn Patienten mit einer gezielten Behandlung noch Jahre ein weitgehend normales Leben führen können, ist es trotzdem schwer, die Krankheit alleine zu bewältigen“, berichtet Eugen von Sobbe, der die Hofer Parkinsongruppe leitet.

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Schätzungsweise 400 000 Menschen leiden in Deutschland an Morbus Parkinson. Als Ursache der neurologischen Erkrankung gilt ein Mangel des Nervenbotenstoffs Dopamin, der für die Steuerung von körperlichen und geistigen Bewegungen benötigt wird. Typische, durch den Mangel hervorgerufenen Symptome sind ein Zittern der Hände, Arme und Beine sowie eine zunehmende Unbeweglichkeit, Steifheit und Haltungsinstabilität.

In Hof treffen sich regelmäßig rund 30 Betroffene, um sich bei Kaffee und Kuchen über ihren Alltag mit der Krankheit auszutauschen. Jede Parkinson-Erkrankung sei anders und wirke auf ganz unterschiedliche Muskeln im Körper, von Skelettmuskulatur bis hin zum Verdauungstrakt, erklärt Eugen von Sobbe. „Nicht selten sind die Symptome der Krankheit für die Betroffenen auch mit einem Schamgefühl verbunden“, sagt er. So versuchen die Erkrankten oft, ihr Schicksal im Bekanntenkreis so lange wie möglich zu verheimlichen.

Die Selbsthilfegruppe sei umso mehr eine wichtige Plattform für den vertraulichen Austausch und für Tipps für den Alltag mit der Krankheit. „Die Teilnehmer können sicher sein, dass die Gespräche den Raum nicht verlassen“, betont der Gruppenleiter. Er wolle die Betroffenen vor allem auch motivieren, ihr Schicksal nicht einfach nur zu erdulden. Der Körper brauche Bewegung. Sport wie Nordic Walking oder Physio- und Ergotherapie seien wichtig, erklärt Eugen von Sobbe, um die Lebensqualität so gut und so lange wie möglich zu erhalten. Die Krankheit sei derzeit noch unheilbar, wer sich aber seiner Krankheit stelle, komme in der Regel besser damit klar.

Auch der Spaß komme in der Hofer Parkinsongruppe nicht zu kurz. Neben den regelmäßigen Gesprächskreisen organisiere man auch gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Ausflüge, Vorträge, Wanderungen und Kegelabende. Pandemiebedingt müsse dies derzeit alles ausfallen. Dennoch sei man auch in diesen Zeiten füreinander da und helfe sich gegenseitig. „Der Kontakt wird derzeit untereinander telefonisch aufrecht erhalten“, sagt Eugen von Sobbe. Und sobald es die Situation wieder zulässt, sollen auch wieder Treffen und verschiedene Aktivitäten stattfinden, zunächst im kleinen Kreis.

• Am 11. April ist Welt-Parkinson-Tag. Der Aktionstag wurde 1997 ins Leben gerufen und findet jährlich am Geburtstag des englischen Arztes James Parkinson statt, der erstmals 1817 die Symptome der Krankheit beschrieb und nach dem die neurologische Erkrankung später benannt wurde.

• Die Hofer Parkinsongruppe als regionale Gruppe der deutschen Parkinson Vereinigung lädt Betroffene und ihre Angehörigen ein, Unterstützung und Austausch in der Gruppe zu finden. Die normalen Treffen finden immer am ersten Freitag eines Monats von 13.30 bis 16 Uhr in den Räumen der AOK in Hof statt.

• Interessierte aus der Region und dem Umland können unter den Telefonnummern 09292/1464 und 0179/4528649 oder per E-Mail an die Adresse eugenvsobbe@web.de Kontakt aufnehmen.