Die Grünen haben sich bislang nicht von ihrer Wahlschlappe bei der Bundestagswahl im Februar (11,6 Prozent) und dem Verlust der Führungsfiguren Robert Habeck und Annalena Baerbock erholt. Von der Schwäche der Bundesregierung können die Grünen als Oppositionspartei bislang nicht profitieren: In Umfragen pendeln sie weiterhin zwischen 11 und 12 Prozent.
Kretschmann mahnt von der Seitenlinie
Seine Partei warnt Kretschmann vor Wähler-Belehrungen. Auf die Frage, welches Erfolgskonzept er der Bundespartei mitgeben könne, sagte er in der SWR-Sendung "Zur Sache!", die Grünen sollten "klar in den Zielen, offen in den Wegen" sein und nicht "klar in den Zielen und die Wege dorthin auch noch vorschreiben zu wollen". Seine Warnung: "Das geht schief." Man müsse die Bürger einbeziehen. "Da muss man nicht dogmatisch an dem Weg, den man selber für richtig hält, festhalten."
Auch in Rheinland-Pfalz, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt wird im kommenden Jahr gewählt. Susan Sziborra-Seidlitz, Spitzenkandidatin der Grünen für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, wirbt bei den Delegierten um Unterstützung für den Wahlkampf im kommenden Jahr. Sie ruft in den Saal: "Sachsen-Anhalt ist so viel mehr als ein Bindestrich-Land mit Nazi-Problemen."