Partnerschaft Marktleuthen – Herend Freunde seit drei Jahrzehnten

Anja Lohneisen
Altbürgermeister Helmut Ritter, Konsulin Viktoria Szedlák, Bürgermeisterin Sabrina Kaestner, Dr. Elvira Altai, die zweite Bürgermeisterin aus Herend, Susanne Schädlich vom Partnerschaftsverein und Landrat Peter Berek. Foto: /Anja Lohneisen

Bürgerinnen und Bürger beider Kommunen feiern gemeinsam 30 Jahre Partnerschaft, die jetzt wieder Aufwind erfährt. Mit viel Herzlichkeit werden Geschenke und Erinnerungen ausgetauscht.

Dem Fest aus Anlass der 30-jährigen Partnerschaft von Marktleuthen und Herend in Ungarn hat selbst der Regen am Freitag keinen Abbruch getan. Ganz im Gegenteil: Unter Sonnenschirmen, Regenschirmen und unter der überdachten Terrasse des „Goldenen Löwen“ versammelten sich die 32 Gäste aus Herend und gut 100 Marktleuthener auf dem Marktplatz. Für Verpflegung sorgten der Wirt vom „Goldenen Löwen“, der auch die meisten ungarischen Gäste beherbergte, und Steinels Grillwagen. An der Getränkeausgabe waren die Mitglieder des Partnerschaftsvereins Marktleuthen-Herend (PVMH) im Einsatz.

Neu aufgeblühte Partnerschaft

Bei einem so runden Jahrestag gab es natürlich Reden und Ansprachen, Grußworte. Für Marktleuthen traten Bürgermeisterin Sabrina Kaestner und die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Susanne Schädlich, ans Mikrofon und bekundeten ihre große Freude über den Besuch, die neu aufgeblühte Partnerschaft und die starken Freundschaften, die in den vergangenen Jahrzehnten geschlossen wurden. Der PVMH überreichte der Herender Minderheitenselbstverwaltung 300 Euro, die als Spenden in Marktleuthen für die Kalender eingegangen waren.

Die Altbürgermeister Georg Dülp und Helmut Ritter blickten in ihren Festreden auf die vergangenen 30 Jahre zurück. Sie erzählten Anekdoten und erinnerten an legendäre Abende zum Beispiel in der Czarda in Bánd, an bunte Abende, Schulaustausche, gegenseitige Besuche von Sport-und Musikgruppen und an vieles mehr.

Schülerbegegnungen eingestellt

Herends zweite Bürgermeisterin, Dr. Elvira Altai, kommt schon seit Beginn der Partnerschaft nach Marktleuthen. „Es ist“, sagte sie, „wie ein Nachhausekommen.“ Sie wie auch Maria Arnold aus Herend bedauerte, dass mit dem Wegfall der Marktleuthener Hauptschule 2005 die Schülerbegegnungen zum Erliegen gekommen waren. Beide freuten sich aber, dass die Partnerschaft nach „ein paar ziemlich stillen Jahren“ insgesamt wieder Aufwind erfahre.

Als weiterer Ehrengast war die Konsulin Viktoria Szedlák aus Nürnberg zum Fest gekommen. Auch sie gratulierte und wünschte viel Erfolg und Gedeihen für die Zukunft.

Landrat Peter Berek verriet seine eigenen ungarischen Wurzeln und versprach, beim nächsten Besuch in Veszprem auch in Herend Halt zu machen. Pfarrer Ralf Haska sprach eindrückliche Worte zum Krieg in der Ukraine, in Europa und betete mit den Besuchern um Frieden.

Tanz auf der Gasse

Die Herendi hatten Geschenke dabei für die Bürgermeister der vergangenen drei Jahrzehnte sowie für Gerda Brem und Christian Peter Rothemund, die sich im schulischen Bereich stets für die Partnerschaft engagiert hatten; Rothemund außerdem im kulturellen Bereich. Hans Gräf, auch ein Mann der ersten Stunde, und Susanne Schädlich vom PVMH wurden ebenfalls beschenkt.

Im Abendsonnenschein und später unterm Sternenhimmel genossen alle den Festbetrieb mit der Band Notlösung++ mit Reiner und Matze Zollitsch, Joachim Kohlhofer und zwei weiteren Musikerfreunden, zu denen sich später in Gasteinsätzen Szilvie und Zsolt, eine Sängerin und ein Schlagzeuger aus Ungarn gesellten. Alte Fotos wurden weitergereicht, und es gab gute Gespräche zwischen neuen und alten Freunden. Auf dem Pflaster der Gasse wurde getanzt.

Die Verständigung klappte hervorragend, denn die meisten Herendi sprechen sehr gut Deutsch, und einer konnte immer als Dolmetscher fungieren. „Egészégedre“ beherrschen andererseits die Marktleuthener in Perfektion.

Manchmal brauchte es aber auch keine Worte für die perfekte Verständigung, denn gemeinsames, von Herzen kommendes Lachen ist international und verbindet von Mensch zu Mensch.

 

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