Baugenossenschaft 200 Bewerber für eine Wohnung

Herbert Scharf
Soll im November bezugsfertig sein: das neugebaute Mehrfamilienhaus an der Marienstraße. Foto: Herbert Scharf

Die Baugenossenschaft Marktredwitz bietet derzeit knapp 700 Wohnungen in Marktredwitz. Leerstände gehören damit der Vergangenheit an.

Steigende Nebenkosten und die Energiefrage haben die Mitglieder der Allgemeinen Baugenossenschaft Marktredwitz bei der Jahreshauptversammlung beschäftigt. Aufsichtsratsvorsitzender Roland Köllner hieß eingangs dazu auch Bürgermeister Horst Geißel willkommen.

Kein Leerstand

Dass Wohnungen in Marktredwitz gesucht sind, ist kein Geheimnis. Das unterstreicht auch der Bericht von Geschäftsführer Stefan Roßmayer. Am 31. Dezember vergangenen Jahres habe es bei der Baugenossenschaft einen Leerstand von einer Wohnung gegeben. Und die sei, so Roßmayer, am 1. Januar schon wieder vermietet gewesen.

Der Geschäftsführer ging auch gleich auf die sich dramatisch zuspitzende Energiesituation ein. Aber auch die Nebenkosten für Müll bis zum Gas sorgten für steigende Preise. Deshalb habe die Baugenossenschaft die Nebenkostenpauschale „vorsorglich einmal um 15 Prozent erhöht“.

Suche nach alternativen Energien

Verstärkt mache sich die Baugenossenschaft Gedanken, wie vor allem die Kosten für Heizungen im Rahmen gehalten werden könnten. So habe man für den Neubau in der Marienstraße einen Vertrag für Nahwärme abgeschlossen. „Die Suche nach alternativer Energie ist aber auch für andere Bauten längst nicht zu Ende.“

Auch die Zusammenarbeit mit anderen Genossenschaften soll verstärkt werden. So habe man in Marktredwitz bereits zu Beginn dieses Jahres Aufgaben für die kleinere Nachbar-Baugenossenschaft in Waldershof übernommen. Roßmayer will auch Verschmelzungen mit kleineren Genossenschaften nicht ausschließen. Um hier vorbereitet zu sein, wurden eigene Holding- und Dienstleistungs-GmbH gegründet – jeweils 100-prozentige Tochterunternehmen der Baugenossenschaft.

Dass der Wohnungsmarkt in Marktredwitz angespannt ist, verdeutlichen die Zahlen, die der Geschäftsführer verkündete. So gebe es derzeit rund 200 Bewerber für eine der knapp 700 Wohnungen der Baugenossenschaft.

„Leider“, bedauerte Stefan Roßmayer, „ist die Fördersituation bei Neubauten derzeit nicht einfach.“ Das gelte auch für die Baugenossenschaftshäuser im Schulzentrum. Hier bedankte sich der Geschäftsführer beim Marktredwitzer Stadtrat, der dieses Gebiet jetzt als Sanierungsgebiet ausgewiesen habe.

„In den vergangenen fünf Jahren hat die Baugenossenschaft Marktredwitz rund 17 Millionen Euro in Neubauten und Sanierungen investiert. Damit sind wir aber noch lange nicht am Ende. In den kommenden Jahren muss einiges in den Klimaschutz investiert werden. Das wird der Genossenschaft einiges abverlangen.“

Zwei Prozent Dividende

Mit dem Neubau an der Marienstraße sei man im Endspurt, fuhr der Geschäftsführer fort. Nach derzeitigem Stand soll das Haus im November bezugsfertig sein. „Für rund sieben Millionen Euro hat die Baugenossenschaft hier einen neuen Wohnblock mit 40 behindertengerechten Wohnungen hingestellt.“ Eine PV-Anlage sorge dafür, dass sich die Bewohner beim Angebot für den eigenen Strom bedienen können. „Der Preis dafür wird jedenfalls sicher unter dem des marktüblichen Strompreises liegen.“

Etwas verzögert habe sich der Abriss in der Walter-Flex-Straße. Dazu bemühe sich die Baugenossenschaft um weitere Anschlüsse an Nahwärme-Unternehmen.

Als Reingewinn wies die Bilanz im vergangenen Jahr 504 000 Euro aus. Davon wird nach dem Beschluss der Mitglieder eine zweiprozentige Dividende bezahlt. Der Rest geht in die Rücklagen.

Bezahlbarer Wohnraum

Für den Aufsichtsrat standen Wolfgang Bötzl, Matthias Späth und Hubertus Weigert zur Neuwahl an. Sie wurden alle wiedergewählt.

Bürgermeister Horst Geißel bestätigte der Genossenschaft, dass sie sich im vergangenen Jahr erneut positiv entwickelt habe. Für den Weg in die Zukunft sei sie gut vorbereitet und biete bezahlbaren Wohnraum in Marktredwitz.

Abschließend bat Aufsichtsratsvorsitzender Roland Köllner seinen Stellvertreter Harald Eichner auf die Bühne. Für 25 Jahre Arbeit im Aufsichtsrat der Allgemeinen Baugenossenschaft Marktredwitz überreichte er ihm eine Urkunde und Blumen.

 

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