Pflanzaktion 2000 Bäume für Hof

Esther Bauerle
Pressetermin im künftigen Wald: Nikolaus Fischer (links, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald), Oberbürgermeisterin Eva Döhla und Mathias Späth von der Sparda-Bank. Foto: Bauerle

Die Sparda-Bank spendiert der Stadt ein neues Waldstück am Untreusee. Die Fläche soll ein Paradies für Pflanzen und Tiere werden.

 
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Einige Spaziergänger halten an und fragen, was hier los ist. Oberbürgermeisterin Eva Döhla hat ihre hohen Schuhe gegen Gummistiefel getauscht und steht abseits der Wege hin zum Untreusee. Voller Körpereinsatz gegen den Klimawandel.

Dabei ist die Oberbürgermeisterin als Hausherrin vor allem da, um auf das Engagement anderer aufmerksam zu machen. Die Sparda-Bank Ostbayern pflanzt in Hof 2000 Bäume. Von denen zieren künftig 1500 den Hang hinter dem Wohnmobilstellplatz neben der Mini-Golf-Anlage am Untreusee. Die übrigen 500 Bäume findet man dann am Theresienstein. Finanziert wird das Projekt durch den Gewinnsparverein der Sparda-Bank Ostbayern. Insgesamt pflanzt das Kreditinstitut in seinem Einzugsgebiet 20 000 Bäume. Insgesamt 100 000 Euro werden dabei in die Baumpflanzaktion der Region investiert.

Die dazu notwendige Expertise erhält die Bank durch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald mit Sitz in München. Das Ziel: ein strukturierter und artenreicher Mischwald. Die Fläche ist in etwa 10 000 Quadratmeter groß. Sie gehört der Stadt Hof und bestand zuvor überwiegend aus Fichten. Diese wurden jedoch durch den Borkenkäfer beschädigt, was zum Absterben der Fichten führte. Da diese nicht tief wurzelt und sich daher schlecht verteidigen kann, muss ein neuer Wald her. Dieser verspricht Biodiversität. Gepflanzt wurden dafür verschiedene Arten wie unter anderem Robinien, Tannen, Kiefern, Edelkastanien und Schwarznüsse. Durch das Anpflanzen verschiedener Bäume erreicht man unterschiedliche Baumhöhen und unterschiedliche Strukturen. So soll Vielfalt gewährleistet sein. Das habe nicht nur den Vorteil, Kohlendioxid zu speichern, sondern verspricht auch Luftreinigung, einen Lebensraum für Tiere sowie einen Erholungsraum für den Menschen. Paul Killguß von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald erklärt beim Vor-Ort-Termin den Sinn eines Mischwalds so: „Man kauft nicht nur eine Aktie von BMW, sondern von verschiedenen Unternehmen. So ist das mit dem Wald auch. Wir pflanzen nicht nur die Fichte, sondern verschiedene Arten.“

Inwiefern sich die gepflanzten Bäume durchsetzen werden, ist unklar. Man geht davon aus, dass nur ein Baum pro 100 Quadratmeter gedeihen wird. Der Hang eignet sich als Fläche, weil sich hier der Einfluss verschiedener Lichtverhältnisse und des Windes bemerkbar macht. Eva Döhla zeigt sich dankbar für den neu eingeschlagenen Weg. „Hier wird zeitgemäß und in die Zukunft gedacht“, erklärt die Oberbürgermeisterin.

Doch nicht alles ist neu: Samen der alten Bäume gebe es weiterhin und auch Störungen vom alten Wald blieben bestehen. Diese seien nicht immer als Katastrophe zu verstehen. „Sie bringen auch Chancen für die Natur mit sich“, sagt Paul Killguss. So werde Biodiversität gefördert. Mit der Pflanzung der Bäume ist es jedoch nicht getan. Der wachsende Bestand muss kontrolliert werden.

 

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