Pläne für die Zukunft der Stadt Gute Ideen der Schauensteiner sind gefragt

Werner Rost
„Kampf um jeden Quadratmeter“: Die Innenstadt von Schauenstein ist nach Vereinbarung mit der Regierung von Oberfranken ein ausgewiesenes Sanierungsgebiet, das sich bis zum Festplatz (außerhalb des Bildausschnittes) erstreckt. Foto: Werner Rost

In den kommenden Jahren wird sich in Schauenstein einiges tun. Die Bürger sind aufgerufen, sich in den Prozess einzubringen.

Schauenstein - Der Schauensteiner Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung einhellig dem Zeitplan für das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) und für die Vorbereitenden Untersuchungen (VU) zugestimmt. Beim ISEK geht es um alle Aspekte für die Entwicklung von Schauenstein und den Ortsteilen, bei den VU um die Sanierung des Schauensteiner Ortskerns jeweils über das Städtebauförderprogramm.

„Wir haben versucht, das Sanierungsgebiet so groß wie möglich festzulegen“, erläuterte Bürgermeister Florian Schaller. „Das war ein Kampf um jeden Quadratmeter mit der Regierung von Oberfranken“, merkte er schmunzelnd an. Wie der Bürgermeister betonte, können sich die Ortsbewohner direkt an den Planungen beteiligen. „Ich hoffe auf eine gute Beteiligung der Bürger“, betonte Schaller.

Wie aus einer Kartendarstellung hervorgeht, erstreckt sich das Sanierungsgebiet in einem Radius von maximal 300 Metern um den Schauensteiner Marktplatz: im Norden bis zum Schlossplatz, im Nordosten bis zum Festplatz, im Osten bis zur Bergstraße und zum Anger, im Süden bis zur Schule und im Westen bis in die obere Bahnhofsstraße auf Höhe der Kindertagesstätte, die selbst nicht zum Sanierungsgebiet gehört. Auch wenn in der jüngsten Sitzung keine Einzelprojekte genannt wurden, dürfte jedem in Schauenstein klar sein, was zu den wichtigsten Maßnahmen im Sanierungsgebiet zählen wird: die Neugestaltung des Festplatzes neben dem Friedhof.

Wie in der jüngsten Stadtratssitzung deutlich wurde, können die ersten Maßnahmen frühestens 2023 umgesetzt werden. Bis dahin sind das Architekturbüro RSP und die Firma Geoplan aus Bayreuth mit Voruntersuchungen, Analysen und Planungen betraut. Wie berichtet, hat der Stadtrat im Sommer dieser Bietergemeinschaft den Auftrag für ISEK und VU erteilt. Ende 2020 hatte der Stadtrat eine fehlerhafte Entscheidung des Vorgänger-Gremiums der Amtsperiode 2014 bis 2020 annulliert. Der Hintergrund: Der frühere Stadtrat hatte einen ISEK-Auftrag an ein Architekturbüro ohne vorherige Ausschreibung vergeben. Weil für Fördermittel über das Städtebauförderprogramm aber ein Architekten-Wettbewerb vorausgesetzt wird, musste der Vertrag aufgelöst werden.

Ralph Stadter vom Architekturbüro RSP und Andreas Hacke von der Firma Geoplan stellten in der jüngsten Stadtratssitzung den Zeitplan für die gemeinsamen Planungen mit der Verwaltung, dem Stadtrat und den interessierten Bürgern vor. Stadter hob dabei noch einmal den Unterschied zwischen ISEK und VU hervor. In beiden Fällen seien die Bürger aufgerufen, Ideen einzubringen. Beim ISEK plane man für einen längeren Entwicklungszeitraum von 15 bis 20 Jahren für das gesamte Gebiet der Stadt Schauenstein und sei dabei nicht auf einzelne Themen fixiert. Bei den VU sei bereits ein Sanierungsgebiet für zehn bis 15 Jahre ausgewiesen. Dies ermögliche es nicht nur der Kommune, Fördermittel über das Städtebauförderprogramm zu erhalten, sondern gewähre privaten Investoren steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten.

Andreas Hacke gab den zeitlichen Ablauf für das ISEK und die VU bekannt. Demnach findet jetzt im Herbst und Winter eine Bestandserhebung statt. Dabei sei eine Online-Bürgerbeteiligung vorgesehen. Wie Hacke betonte, habe sich das Online-Verfahren bewährt. Die Beantwortung der Fragen und das Einbringen von Vorschlägen nehme etwa zehn Minuten in Anspruch. Ältere Bürger ohne Online-Zugang hätten dennoch die Möglichkeit, sich auf Wunsch in Papierform zu beteiligen. In der zweiten Phase der fachlichen Analyse bestehe die Möglichkeit, örtliche Experten anzuhören, wie Träger sozialer Einrichtungen oder Vereinsvorsitzende. Optional sei auch ein gemeinsamer Stadtspaziergang möglich.

Im dritten Abschnitt der Konzeptphase beteilige man mit einer Abschlussveranstaltung nochmals die Bürger, bevor der Stadtrat Beschlüsse fasse.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen“, sagte Bürgermeister Schaller bei der Verabschiedung der beiden Referenten. Stadter und Hacke hatten dem Gremium während ihrer Fachvorträge stolz auf einige Referenz-Projekte verwiesen. Wie Stadter erläuterte, hat das Architekturbüro RSP unter anderem in der Nachbargemeinde Schwarzenbach am Wald eine Visitenkarte hinterlassen mit den Planungen für das Parkhaus, das an der Stelle eines leerstehenden Anwesens entstanden sei.

 

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