Plassenburg Open-Air Spider Murphy Gang begeistert

Stephan Herbert Fuchs

Aktuell sorgt das Verbot des Ballerman-Hits „Layla“ für Furore. Ähnliche Erfahrungen hat die Spider Murphy Gang mit ihrem Evergreen „Sperrbezirk“ gemacht. Natürlich durfte der beim Plassenburg Open Air am Mittwoch dennoch nicht fehlen – zusammen mit vielen anderen Hits der „Bayern-Rocker“.

Am Ende wollen sie gar nicht mehr aufhören, den Schönen Hof in Kulmbach zu rocken. Sie haben alle Hits im Gepäck und in den über 40 Jahren Bandgeschichte der Spider Murphy Gang sind da aber auch einige zusammen gekommen. Eine komplette Playlist nur bayerischer Rock´n Roll, würde man heute sagen. Nach acht Jahren Pause machte die Spider Murphy Gang wieder einmal Station bei den Plassenburg-Open-Airs und begeisterte ihr Publikum wie eh und je. Echte Rock´n Roller werden eben kaum älter.

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Da steppten die „Rock´n Roll Schuah“, bei tropischen Temperaturen schwärmte man vom „Sommer in der Stadt“ und von der Maß unterm „Kastanienbaum“, mit „Peep Peep“ gab es eine Reminiszenz an die Neue Deutsche Welle. Günther Sigl sang „Pfüati Gott, Elisabeth“, schwärmte von „Renate“ und von der „Schickeria“.

Man kennt sie einfach alle, die Lieder der Spider Murphy Gang, und so springt der Funke schnell über, rund 900 Zuschauer wippen im Takt, klatschen, jubeln, tanzen und feiern die Spiders.

Daneben gab es aber auch echte Klassiker des Rock´n Roll, von Chuck Berry bis hin zu Elvis Presley, aus dessen Song Jailhouse Rock der Bandname stammt. Songs wie „That´s alright Mama“ durften deshalb nicht fehlen. Unplugged passte da sehr gut, denn der Rock´n Roll war ganz am Anfang ja auch nicht elektrisch. Damals wurden lediglich die Gitarren verstärkt. Deshalb sah Günther Sigl den Abend denn auch als ein Stückweit „back to the roots“.

So ganz unplugged war das dann freilich doch nicht. Zumindest hatten Günther Sigl und seine sechs Musiker hauptsächlich akustische Instrumente mitgebracht, also keine E-Gitarren. Das war es dann aber auch schon, der Auftritt war aber trotzdem genauso mitreißend wie immer. Das liegt auch an der charmanten Art Günther Sigls, die Bandgeschichte Revue passieren zu lassen.

Als eine der Zugaben gab es unter anderem den Riesenhit „Skandal im Sperrbezirk“ von 1981. Weil das Wort „Nutten“ drin vorkam, wurde es auf Betreiben der Kirche vom Bayerischen Rundfunk damals nicht gespielt. Für Günther Sigl die beste Werbung für den Song und für die Band, wie er viel später in seiner Biographie schrieb. Was für eine Parallele zur aktuellen Diskussion um den Layla-Song. Auch Musikgeschichte wiederholt sich eben.

Gegründet hatte die Band Günther Sigl bereits 1977 zusammen mit dem Gitarristen Barny Murphy, der diesmal wegen seiner Quarantäne nicht dabei war. Vertreten wurde er vom jungen Gitarristen Luis Thomas. Der Rest der Band, das sind in der aktuellen Besetzung: Willie Duncan (Gitarre), Otto Staniloi (Saxophon), Andreas Keller (Schlagzeug) und Ludwig Seuss (Piano). Letzterer ist nicht nur ein ausgezeichneter Pianist, sondern auch ein vielseitiger Musiker, was er solo und ganz alleine auf der Bühne nach der Pause eindrucksvoll mit einem rasanten Boogie-Woogie unter Beweis stellt.