"Ich muss das, was ich liebe, nicht aufgeben"
Grande führte aus, dass sie viel Zeit damit verbracht habe, ihre Herangehensweise an das Musikmachen neu zu ordnen. Die Zeit abseits von Tourneen habe ihr geholfen, bestimmte Teile davon für sich zurückzugewinnen. Zugleich habe sie Gefühle, die mit ihrer Beziehung zum Ruhm und dem Leben als Künstlerin verbunden seien, von der Musik trennen können.
"Ich muss das, was ich liebe, nicht aufgeben. Ich kann diese Dinge einfach hier beiseitelegen und meine Talente nicht aus den Augen verlieren", sagte sie. Die Schauspielerei und ihre Zeit als Glinda hätten ihr geholfen, die Kraft dafür aufzubauen. Musik und Tourneen seien für sie früher auch mit traumatischen Erfahrungen verbunden gewesen. Nun spüre sie, wie diese Belastungen nachließen.
Klar ist: Von der Leinwand wird Grande so bald nicht verschwinden. In der Komödien-Fortsetzung "Meine Frau, unsere Schwiegertochter und ich" soll sie Ende des Jahres an der Seite von Robert De Niro und Ben Stiller zu sehen sein. Auch das fünfminütige Musikvideo zu "hate that i made you love me", der ersten Auskopplung ihres neuen Albums, ist wie ein Kurzfilm inszeniert.
So klingt das neue Album "petal"
Vor der Veröffentlichung wurde wenig über "petal" (deutsch: "Blütenblatt") bekannt. Grande beschrieb es in einem Instagram-Video als "etwas ungezähmt". Es gehe um etwas, das "voller Leben ist und durch die Risse von etwas Kaltem, Hartem und Herausforderndem wächst". Es komme definitiv von einem Ort, für den sie vorher vielleicht zu schüchtern oder zu höflich gewesen sei, um ihn zu betreten. "Jetzt fühlt es sich einfach an wie: Scheiß drauf."
Tatsächlich wirkt Grande in den zwölf neuen Songs reifer, ihre Stimme klingt zärtlich und etwas zurückhaltender als man sie von früheren, kraftvollen Popsogs wie "No Tears Left to Cry" kennt. Teilweise wagt sich die Künstlerin an für sie experimentellere Sounds, etwa im Opener "kiss me" oder in "bad thing (bunny hop)", das nach einem Hauch Indie-Pop klingt. Zu den eingängigsten und energiegeladenen Liedern gehören das selbstbewusste "like i do" oder "never get over me".
Inhaltlich dreht sich das Album um Liebe, (toxische) Beziehungen, aber auch um Reflexionen über das Leben im Rampenlicht. In "hate that i made you love me" singt sie etwa: "Ich habe eure Projektionen ausgehalten, als ihr euch so unsicher gefühlt habt" oder fragt sich: "Ist es wirklich meine Schuld, dass ihr mir alle aus eigenem Antrieb eure Herzen geschenkt habt?", was man durchaus als Kritik an Medien interpretieren kann.