Porzellanmaler Moritz Hegy: Ein Geschenk für die Ewigkeit

Mit einem wertvollen Geschenk hat sich der Porzellanmaler Moritz Hegy von Selb verabschiedet: Er vermacht den Fundus seiner Porzellanbilder der Stadt. Unser Bild zeigt bei der Übergabe (von links): Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, Moritz und Reinhilde Hegy sowie den Kulturamtsleiter Hans Peter Goritzka. Foto: /Stadt Selb

Der Selber Porzellanmaler Moritz Hegy vermacht der Stadt rund 80 seiner berühmten Porzellanbilder. Der Künstler zieht zu seiner Tochter, will aber den Kontakt zu seiner Heimatstadt halten.

Selb - Er ist ein Selber Original, und viele Menschen kennen und schätzen ihn: der Porzellanmaler Moritz Hegy. Ob beim Schaumalen im Factory In und später im Outlet-Center oder beim traditionellen „Fest der Porzelliner“ in Selb konnte man ihm zusehen. Jetzt hat er der Stadt Selb ein äußerst wertvolles Geschenk gemacht: zum einen ein Porträt des Selber Designers Helmut Drexler, zum anderen rund 80 weitere Werke, die Hegy in den vergangenen Jahren geschaffen hat. Das geht aus einer Mitteilung der Stadt Selb hervor.

Moritz Hegy war immer sehr präsent in Selb und hat viele Menschen an seiner Kunst teilhaben lassen, einer Kunst, die außer ihm in dieser Art wohl keiner mehr beherrscht.

Hegy hat zum Beispiel die Selber Oberbürgermeister auf Porzellan porträtiert. Christian Höfer und Werner Schürer sind bereits in einer kleinen Galerie im ersten Stock im Rathaus zu sehen. Auch Wolfgang Kreil und Ulrich Pötzsch hat er bereits auf Porzellan verewigt, wobei diese Bilder noch nicht in der Galerie zu sehen sind. Zu sehen ist dort dagegen Philip Rosenthal auf Porzellan. Und einige andere berühmte Selber, verspricht Hegy, würden noch folgen.

Porzellan-Uhr

Moritz Hegy hat auch die Geschichte zu einer alten Porzellanuhr, der „Uhr des Lebens“, die 1936 von Richard Rother in Kitzingen entworfen und in der Porzellanfachschule in Selb gefertigt wurde, auf einer Porzellanplatte niedergeschrieben. Nun hängt diese Uhr samt Tafel in der Mensa der Dr. Franz-Bogner-Mittelschule in Selb.

Zudem hat Hegy in den vergangenen Jahren eine wahre Mammutaufgabe bewältigt: Er hat das Porzellanrelief am Anwesen der Familie Wölfel in der Pfaffenleithe in Selb, das einen Teil der Geschichte von Selb dokumentiert, komplett erneuert. „Und man kann nicht genug hervorheben, dass er das alles umsonst gemacht hat. Zum Wohl aller Selber Bürger und vieler Gäste, die noch lange Jahre ihre Freude an den Werken Hegys haben werden“, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Für seine Verdienste erhielt Hegy 2020 die Verdienstmedaille der Stadt Selb.

Gebürtiger Selber

Moritz Hegy wurde 1943 in Selb geboren. Nach dem Schulabschluss absolvierte er ab 1957 seine Ausbildung zum Porzellanmaler bei der Firma Krautheim & Adelberg in Selb, wo er bis 1978 tätig war. Von 1980 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2003 war er bei Rosenthal beschäftigt.

Nun hat Moritz Hegy der Stadt Selb und ihren Bürgern erneut etwas Gutes getan: Nachdem er sich zusammen mit seiner Gattin entschieden hat, im nicht mehr ganz jungen Alter entgegen dem Sprichwort „Einen alten Baum verpflanzt man nicht“, Selb zu verlassen und zur Tochter und deren Familie nach Roßhaupten bei Füssen umzuziehen, hat er der Stadt quasi als Abschiedsgeschenk fast alle seine in vielen Jahren entstandenen Porzellanbilder vermacht. Es handelt sich sage und schreibe um rund 80 Bilder zu unterschiedlichsten Themen. Und wer Hegy dabei zugesehen hat, welcher Aufwand mit mehrmaligem Brand bei der Herstellung notwendig ist, der kann einschätzen, dass die Bilder einen großen Wert darstellen.

Porträt Helmut Drexler

Gleichzeitig hat Hegy der Stadt ein weiteres Porträt geschenkt, das den berühmten Selber Designer Helmut Drexler zeigt. Dieses Porträt wird in Bälde im Rathaus Selb im Bereich der mit wertvollen Arbeiten von Helmut Drexler ausgestalteten Besuchergruppe seinen Platz finden.

Bei der Übergabe im Rathaus verlieh Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch seiner Freude über die wertvollen Geschenke Ausdruck. Die Arbeiten seien unvergänglich, würden in Ehren gehalten, noch viele Generationen erfreuen und an eine kaum noch gebräuchliche Kunst erinnern.

Sein Wunsch, sagte Pötzsch, sei natürlich, dass Moritz Hegy und seine Gattin auch künftig mit Selb in Verbindung blieben. Dies bestätigte Hegy gerne und bot an, auch künftig als Schaumaler beim Porzellinerfest mitzuwirken, was der Oberbürgermeister natürlich dankend annahm. Hegy bedankte sich seinerseits bei der Stadt und dem Kulturamt für die hervorragende Zusammenarbeit über viele Jahre.

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