Praxis in Münchberg? Neue Hoffnung auf Kinderarzt

Viele Eltern aus Münchberg hoffen auf einen Kinderarzt vor Ort. Foto: dpa/Friso Gentsch

Seit acht Jahren praktiziert kein Kinderarzt mehr im Altlandkreis Münchberg. Das könnte sich ändern. Im September fällt die Entscheidung.

In Münchberg kursieren Gerüchte, die Hoffnung schüren. Seit Jahren wünscht sich die Stadt wieder einen Kinderarzt vor Ort, um kleinen Patienten lange Anfahrtswege zu ersparen. Nun plant dem Vernehmen nach eine Bayreuther Praxis, eine Filiale in Münchberg zu eröffnen. Eine Nachfrage unserer Zeitung bestätigt: Dem örtlichen Zulassungsausschuss liegt eine Bewerbung vor. Um wen es sich handelt, ist aus Datenschutzgründen nicht zu erfahren. Die Entscheidung soll noch im September fallen.

Der Kinderarztsitz in Münchberg ist 2016 erloschen, weil sich kein Nachfolger für die erkrankte Ärztin Dr. Nadja Totzauer fand. Der Aufschrei im Altlandkreis mit knapp 30 000 Einwohnern war groß, es gab eine Unterschriftenaktion und immer wieder Versuche von Stadt und Landkreis, einen Arzt zu finden. Doch da der Sitz erloschen war, hätte sich ein Interessent gar nicht niederlassen können. Die Region galt als überversorgt.

Hoffnung machte 2019 eine Reform der Bedarfsplanung, die bundesweit zusätzliche Niederlassungsmöglichkeiten schuf. Doch der Planungsbereich Hof – und damit Münchberg – ging leer aus. Die Enttäuschung war groß. Bürgermeister Christian Zuber (SPD) sprach von einem Teufelskreis. Wegen der ungewissen Situation war bereits eine interessierte Kinderärztin abgesprungen. Zuber kündigte an, den Kampf nicht aufzugeben. 2020 verabschiedete der Stadtrat eine Resolution, um den Arztsitz wiederzubekommen. Sie sollte an Landes- und Bundespolitiker sowie an die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) gehen.

Mittlerweile hat sich die Zahl der Kinderärzte im Planungsbereich verringert. Zeigte der Versorgungsatlas 2019 noch acht Mediziner in der Stadt Hof an, so sind dort 2022 noch fünf gelistet, im Landkreis sind es unverändert vier. Laut KVB versorgt statistisch gesehen ein Mediziner 2862 Kinder und Jugendliche. Jedes halbe Jahr bewertet der Landesausschuss der Ärzteschaft und Krankenkassen die Versorgung neu und prüft diese Verhältniszahl. Aktuell ist eine halbe Zulassungsmöglichkeit offen. Die Entscheidung, wer dafür die Zulassung bekommt, trifft der Zulassungsausschuss Ärzte Oberfranken.

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