Hof - „Wer Dokumentarfilme drehe, brauche hohe Frustrationstoleranz und granitene Härte.“ Mit diesen Worten zitierte Gisela Strunz, die Vorsitzende der Hofer Hermann-und-Bertl-Müller-Stiftung, den früheren Filmtage-Chef Heinz Badewitz, auf dessen Anregung hin die Stiftung seit 2015 den „Granitpreis“ für den besten Dokufilm im Festivalprogramm vergibt. Er ist mit 7500 Euro dotiert. In diesem Jahr entschied sich die dreiköpfige Jury nach einem Sichtungsmarathon für die deutsch-mexikanische Produktion „Luchadoras“ (Kämpferinnen). Paola Calvo und Patrick Jasim, die Regie führten, nahmen die Auszeichnung am Samstagabend in der Bürgergesellschaft in Empfang. Ihr Film spielt in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juarez, die wegen der zahlreichen dort verübten Morde an Frauen als „gefährlichste Stadt der Welt“ berühmt und berüchtigt ist. Porträtiert werden drei Wrestlerinnen, die das Frauenbild in einer brutalen Männergesellschaft zu ändern versuchen. Calvo und Jasim erklärten, in Juarez werde nur die Spitze des weltweit treibenden Eisbergs namens Femizid sichtbar. Geschlechtsspezifische Tötungen seien überall ein Problem, und „wir alle können etwas dagegen tun“.