Heute Premiere „Watzmann“ ruft ins Felsenlabyrinth

Peter Hohenecker (links) und Christopher Schulzer wollen auf der Bühne im Felsenlabyrinth dafür sorgen, dass der „Watzmann“ nicht nur Blödelei, sondern auch Volkstheater ist. Foto: /Florian Miedl

Es liegt wohl an Wolfgang Ambros, dass viele den Watzmann für einen Berg Österreichs  halten. Da passt es ins Bild, dass in Wunsiedel zwei Österreicher „Das Rustical“ inszenieren.

Wunsiedel - „Watzmann, Watzmann, Schicksalsberg, du bist so groß und i nur a Zwerg“, heißt es in einem Lied aus dem berühmten „Rustical“ von Wolfgang Ambros. Zumindest aufführungstechnisch lässt sich dieses Szenario auch problemlos aus dem Berchtesgadener Land ins Fichtelgebirge verlegen – genauer gesagt ins Felsenlabyrinth. Ab diesem Freitag wird das Stück nämlich an historischer Stätte auf dem alten Theaterplatz gezeigt.

„Ein besseres Bühnenbild kann es nicht geben, das Stück ist dort, wo es hingehört“, sagt deswegen Regisseur Peter Hohenecker, der auch eine Hauptrolle in dem Stück übernimmt. Dass es sich darüber hinaus um ein Werk mit einem gewissen „Kultfaktor“ handle, begünstige dessen Langlebigkeit.

Etwas anders

Wobei sich die Regisseure schon auch vorgenommen haben, das Stück etwas anders zu interpretieren, als dies in den gängigen Inszenierungen der Fall ist. „Normalerweise hat es den Charakter einer Bühnenrevue mit einzelnen Nummern“, sagt Co-Regisseur Robert Draxler. Anliegen der Luisenburg-Inszenierung sei es jedoch, eine Figurenentwicklung aufzuzeigen.

Premiere am Freitag
Premiere des Stücks „Der Watzmann ruft“ ist am Freitag, 18. Juni, um 18 Uhr. Spielort ist der alte Theaterplatz im Felsenlabyrinth auf der Luisenburg, deshalb sind für die Besucher der Aufführung festes Schuhwerk und ein sicherer Tritt nötig. Aktuell sind bis 15. August 14 Vorstellungen geplant, Zusatztermine sind möglich. Weitere Informationen und Tickets im Internet unter www.luisenburg-aktuell.de.

Man dürfe auch nicht übersehen, dass es sich im Stück um ein trauriges Thema handle. „Ein Vater verliert seinen Sohn, das ist und bleibt eine schicksalsträchtige Geschichte“, betont Draxler. Bisher habe er noch nirgends den Willen und den Mut gesehen, das Stück so zu inszenieren. „Wir haben aber freilich nicht alle Blödeleien weggenommen“, geben Draxler und Hohenecker Entwarnung. Es könne auch viel gelacht werden bei diesem „Volkstheater im besten Sinne“.

Richtig gute Musik

Die musikalische Leitung der Inszenierung liegt bei Christian Auer. Er erinnert daran, dass es sich bei Ambros‘ „Watzmann“ aus dem Jahr 1974 um ein „Konzeptalbum aus Österreich in Pink-Floyd-Manier“ handelte. „Das ist richtig gute Musik, die viele Stimmungen transportiert“, schwärmt Auer, der dies mit einer Live-Band umsetzen wird. Auch die Sieben-Minuten-Ouvertüre des Albums werde in der Luisenburg-Inszenierung zu hören sein.

Einig sind sich Hohenecker, Draxler und Auer auch in der Beurteilung des „Kooperationspartners“ für die Inszenierung – nämlich des Balletts und Chores der Kreismusikschule Tirschenreuth: „Hier wird eine Qualität abgeliefert, die man von der von Profis nicht unterscheiden kann!“

Dem pflichtet Schauspieler Christopher Schulzer bei, der neben Hohenecker in dem Zwei-Personen-Stück in wechselnden Rollen agiert: „Da merkt man bei jeder und bei jedem die Lust am Spielen, Singen und Tanzen. Sie bringen viel Esprit und frischen Wind mit.“

Sowohl Chor als auch Ballett werden in Kostümen auftreten, und auch besondere Werke eines Masken-Schnitzers werden zum Einsatz kommen. Alles wollen die Verantwortlichen zwar noch nicht verraten, aber sie versprechen: „Wir haben Show-Szenen entwickelt, bei denen wir es richtig krachen lassen!“

 

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