Das Licht geht nicht sofort aus. Bei einer Enthauptung kann, sagen Ärzte, das Opfer unter Umständen den Schmerz im Nacken kurz spüren, dann dauert es wenige Sekunden, bis es vorbei ist. Ein Leben ist genommen. Sei es Sühne oder Mord. Sophie und Hans Scholl warten auf diesen Moment, auf ihren Henker und Mörder. Am Ende geht das Licht aus und bleibt es lange. Dann, es dauert beklemmend lange, trauen sich die ersten Besucher im Studio des Theaters Hof zu klatschen – was sie dann minutenlang tun. Die Premiere von „Die Weiße Rose“ ist gelaufen. Verstörend wie ein nicht verortbarer Schmerz – und derartig gelungen. Dank der Regiearbeit von Lothar Krause.