Projekt der Diakone Hochfranken Schwarzenbacher Stadtrat befürwortet Mini-Kita

Helmut Engel

Die Stadt brauche die zwölf neuen Plätze, sagt Bürgermeister Baumann.

  Foto: picture alliance/dpa/Oliver Berg

Schwarzenbach an der Saale - Die Diakonie Hochfranken/Stiftung Marienberg möchte im Gebäude Marienstraße 50 eine Mini-Kita mit insgesamt zwölf Plätzen einrichten, in der Krippen- und Kindergartenkinder aufgenommen werden können. Der Bedarf sei da, betonte Bürgermeister Hans-Peter Baumann im Stadtrat und informierte über die aktuelle Situation bei Kinderkrippen und Kindergärten.

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Die Kita St. Klara umfasst zwei Kindergarten- und eine Krippengruppe. Eine weitere Krippengruppe soll im Februar wiedereröffnet werden. Die Kita Karlstraße umfasst zwei Kindergartengruppen, das „Haus für Kinder“ drei Kindergarten- und zwei Krippengruppen. Mit dem Waldkindergarten könne man derzeit nicht planen, „seit August 2021 haben wir von der Trägerseite keine Rückmeldung mehr bekommen“.

In Schwarzenbach sind 330 Kinder der Jahrgänge 2016 bis 2021 gemeldet, dies seien im Jahrgangsdurchschnitt 55 Kinder. Ohne die Zusatzplätze in der Tagespflege stehen derzeit insgesamt vier Krippengruppen mit 48 Plätzen und sieben Kindergartengruppen mit 175 Plätzen zur Verfügung. „Ohne Berücksichtigung von 20 Zusatzplätzen und zirka fünf in der Tagespflege sind dies insgesamt 223 Plätze“, rechnet Baumann vor. Die tatsächliche Belegung erreichte im Juli letzten Jahres mit 228 Plätzen ihren Jahreshöchstwert. Im November waren 204 Plätze belegt, damit sieben unter dem Regelwert 211. Auf der Warteliste befinden sich derzeit vier Kindergartenkinder. Hier sei das „Haus für Kinder“ nicht berücksichtigt, weil die Kindergartenleitung erkrankt sei und deshalb keine Zahlen gemeldet werden konnten, erklärte der Bürgermeister. Auch Kinder, die nicht auf einer Warteliste stehen oder die, die die Wiedereröffnung bei St. Klara abwarten, seien nicht berücksichtigt. Etwa 20 Kinder besuchen Einrichtungen außerhalb der Stadt Schwarzenbach, im Gegenzug sind sieben auswärtige Kinder in Schwarzenbacher Einrichtungen untergebracht.

Sarah Biedermann (SPD) wollte wissen, ob schon verlässlich Zahlen vorliegen. Diese werde es erst nach der Anmeldung in den Einrichtungen geben, antwortete Baumann. Für Nanne Wienands (Grüne) ist die Mini-Kita eher ein Provisorium, „der den Eigenbedarf für die Mitarbeiter der Diakonie deckt“. Baumann erklärte, dass die neue Einrichtung zu 50 Prozent auch „Kindern aus der Stadt“ zur Verfügung stehen werde. „Es ist kein Provisorium, sondern ein anerkanntes Projekt.“ Das Konzept sei mit dem Landratsamt Hof abgesprochen.

Nach Ansicht von Günter Konopka (ÜWG-FW) ist der an die Schwarzenbacher Eltern versandte Fragebogen mit acht Seiten viel zu lang, er erwartet deshalb keinen großen Rücklauf. Baumann sagte dazu, dass man 329 Bögen versandt habe. Diese seien vom Ministerium zur Verfügung gestellt worden. Die Stadt habe sie noch gekürzt, weil zahlreiche Passagen darin enthalten waren, die Schwarzenbach nicht betreffen.

Maximilian Brünnig (SPD) macht darauf aufmerksam, dass viele junge Familien in den Neubaugebieten zuziehen würden. „Wir müssen hier vorausschauend planen.“

Deshalb forderte Günter Konopka: „Wir müssen einen neuen Kindergarten bauen.“ Für Michael Stumpf (SPD) dauert es viel zu lange, bis man in dieser Sache zu einer Entscheidung kommt. „In dieser Zeit haben andere Städte schon zwei Kindergärten gebaut, und wir reden noch über den ersten. Das Abwägen muss ein Ende haben.“ Bürgermeister Baumann erwiderte, dass dieses Thema schon in der nächsten Stadtratssitzung behandelt werde.

Einstimmig sprach sich der Stadtrat für die Mini-Kita aus.