Projekt im Landkreis Wertvolle Freizeit mit den Kulturpaten

Herbert Scharf
Beim Startschuss für das Projekt „Kulturpaten“ im Landkreis Wunsiedel (von links): Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, Ute Hopperdietzel, Michaela Haberkorn, Elisabeth Golly, Sabine Distler und Landrat Peter Berek. Foto: /Herbert Scharf

Das Projekt des Vereins „Oberfranken Offensiv“ startet auch im Landkreis Wunsiedel. Den Startschuss geben Landrat Berek und Regierungspräsidentin Piwernetz.

 
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Nach dem Erfolg in Kulmbach und Hof startet nun auch im Landkreis Wunsiedel das vom Verein „Oberfranken Offensiv“ ins Leben gerufene Projekt „Kulturpaten“. Dieses Projekt soll alten und auch dementen Menschen ermöglichen, kulturelle Veranstaltungen zu besuchen. Die Kulturpaten sollen sie nicht nur zu Veranstaltungen begleiten, sondern den Besuch auch vorbereiten.

Landrat Peter Berek hieß nun zum Projektstart im Landratsamt Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, Sabine Distler, Geschäftsführerin des „Curatorium Altern gestalten“, die Ehrenamtskoordinatorin des Landkreises, Elisabeth Golly, Michaela Haberkorn, Demenzbeauftragte des Landkreises Wunsiedel, und Ute Hopperdietzel von der Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken willkommen.

Die Regierungspräsidentin stellte das Demografie-Kompetenzzentrum vor. Es sei der Ansprechpartner für oberfränkische Kommunen, Unternehmen, Vereine und Verbände sowie bürgerschaftliche Initiativen. Mit dem Projekt „Kulturpaten und Kulturgäste – gemeinsam der Kultur auf der Spur“ wolle man Senioren dabei unterstützen, wieder verstärkt am sozialen und kulturellen Leben teilzunehmen. Dabei setze man auf das Ehrenamt, auf interessierte Seniorinnen und Senioren und auf starke Kulturpartner.

Für viele ältere Menschen sei ein selbstbestimmtes Leben nicht mehr so leicht möglich. In den zwei Jahren der Pandemie habe jeder erfahren, was es bedeutet, nicht mehr ins Kino, Konzert oder Theater gehen zu können. Mit diesen Einschränkungen sähen sich ältere Menschen auch in „normalen“ Zeiten konfrontiert. Dies dürfe aber nicht dazu führen, dass sie sich kaum mehr am gesellschaftlichen Leben beteiligen könnten. Deswegen müssten neue Angebote entwickelt werden.

„Kultur kennt kein Alter“ sei einer der Leitsätze des Projektes, sagte Piwernetz. Ziel sei der Aufbau eines generationsverbindenden Kulturnetzwerks. Eine tragende Säule sei dabei das Ehrenamt. Wobei dabei der Begriff Kultur nicht nur Theaterstücke oder Konzerte umfasse, sondern durchaus auch den Besuch eines Eishockey- oder Fußballspiels oder eines Weihnachtsmarktes.

Sabine Distler vom „Curatorium Altern gestalten“ zitierte den Pädagogen Wolfgang Lörzer: „Ganz ohne Kultur kommt der Mensch aus der Spur.“ Gegen die Einsamkeit älterer Menschen könne und müsse man etwas tun. Ein Pilotprojekt in Nürnberg mit über 42 festen Paaren laufe inzwischen bestens. Elisabeth Golly freute sich über die neue Einrichtung, deren Erfolg allerdings vom Engagement der Bürger, besonders der Ehrenamtlichen, abhänge. Michaela Haberkorn vom Landratsamt sagte die Unterstützung des gesamten Netzwerks im Landkreis zu. Bei verschiedenen Infoveranstaltungen und Schulungen werden die Kulturpaten informiert und auf ihr Amt vorbereitet, sagte sie. Ute Hopperdietzel von der Fachstelle für Demenz fügte an, dass dieses Projekt auch Angehörige entlasten könne.

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