Rathaus Selber Oberbürgermeister ist Corona-positiv

An Corona erkrankt ist der Selber Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch. Er befindet sich in Quarantäne. Foto: /Florian Miedl/Archiv

Ulrich Pötzsch ist erkrankt und in Quarantäne. Der Ferienausschuss und Mitarbeiter der Verwaltung mussten zum Test. Carsten Hentschel hat die Geschäfte übernommen.

Selb - Jetzt hat es auch den Selber Oberbürgermeister erwischt: Ulrich Pötzsch hat Corona und ist zu Hause in Quarantäne. Ebenfalls positiv getestet worden ist die Haupt- und Rechtsamtsleiterin Nicole Abraham, die sich ebenfalls zu Hause befindet. Zudem ist ein weiterer Mitarbeiter der Stadtverwaltung erkrankt. Die laufenden Geschäfte im Rathaus hat Pötzschs Stellvertreter, zweiter Bürgermeister Carsten Hentschel, übernommen.

„In der Nacht auf Montag habe ich starke Halsschmerzen bekommen“, schildert Pötzsch auf Nachfrage der Frankenpost am Telefon. Deswegen sei er auch gleich an diesem 21. Dezember zum Arzt gegangen und habe sich anschließend in die häusliche Quarantäne zurückgezogen. Ihm mache vor allem die Entzündung im HNO-Bereich zu schaffen, zudem schmecke und rieche er nichts. „Und ich fühle mich unglaublich schlapp“, schildert Pötzsch die Symptome. Deswegen habe er jetzt auch die meiste Zeit im Bett verbracht.

Der Selber Oberbürgermeister geht davon aus, dass er sich nicht im Rathaus, sondern „irgendwo extern“ angesteckt hat. Denn im Rathaus habe man sehr frühzeitig die geltenden Richtlinien befolgt und sogar übererfüllt. Die Mitarbeiter sitzen demnach nur in Einzelbüros, es gelte Masken- und Händedesinfektionspflicht. Zudem achte man sehr genau auf Abstand. Krankgeschrieben sei er jetzt zunächst bis 3. Januar, sagt der Oberbürgermeister. Ob er dann aber gleich am 4. Januar wieder arbeiten könne, werde sich zeigen.

Die Stellung im Rathaus hält derweil der zweite Bürgermeister Carsten Hentschel. Wie er am Montag erläutert, waren der Oberbürgermeister und die Amtsleiterin Nicole Abraham am Freitag, 18. Dezember, letztmals im Dienst im Rathaus. Nachdem Pötzsch dann seit 21. Dezember Symptome gezeigt habe, habe sich der Oberbürgermeister sowohl einem Schnelltest als auch einem PCR-Test unterzogen – mit leider positivem Ergebnis. Ebenfalls positiv war der Befund bei Amtsleiterin Nicole Abraham.

Aufgrund dieser Befunde hatten sowohl das Gesundheitsamt am Landratsamt als auch die Stadt selbst alle Teilnehmer der jüngsten Ferienausschuss-Sitzung, die am 16. Dezember, stattgefunden hatte, benachrichtigt. Das geschah dann am Mittwoch, 23. Dezember, also einen Tag vor Heiligabend. An der Sitzung, bei der alle Hygiene- und Abstandsregelungen eingehalten wurden und auch die Mikrofone mit einer Plastikhaube versehen waren, nahmen neben den neun Ausschussmitgliedern auch mehrere Vertreter der Verwaltung sowie ein Zuhörer und die Mitarbeiter der Bogner-Mittelschule teil, in deren Aula der Ausschuss zusammengekommen war. Die Betroffenen wurden am 23. Dezember aufgefordert, einen Test zu machen, oder begaben sich freiwillig zu einer der Teststationen in Schirnding, Marktleuthen oder Hof.

„Der Oberbürgermeister hat mich gleich am Montag verständigt“, sagt Carsten Hentschel. Er habe dann zusammen mit den Mitarbeiterinnen des Vorzimmers eine Liste der Sitzungsteilnehmer und der weiteren Kontaktpersonen erstellt und parallel zum Gesundheitsamt abtelefoniert. Insgesamt rund 30 Personen habe man verständigt. Dabei hat sich laut Hentschel ein weiterer positiver Befund bei einem Mitarbeiter ergeben.

Mit dem Oberbürgermeister stehe er täglich per E-Mail in Kontakt und unterrichte ihn auch über die laufenden Angelegenheiten, sagt Carsten Hentschel. „Ich schreibe täglich eine Zusammenfassung, die ich ihm dann zuleite.“

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