„20 Jahre sind doch für Anfänger – ich habe 49 geschafft“: Das habe er vermutlich mehr zu sich selbst als zu seiner Frau gesagt, als er am Frühstückstisch den Aufruf im Radio gehört hat. War mal wieder Grippewelle, und der Moderator bat um Gegenpole: Wer 20 Jahre lang nicht krank war, möge bitte einfach durchklingeln. Wenige Minuten danach klang die Stimme von Dieter Späte aus dem Hofer Stadtteil Wölbattendorf durchs Radio – wo er einem völlig verdutzten Moderator erklärte, er sei in 49 Dienstjahren kein einziges Mal krankgeschrieben gewesen. Der kurze Wortwechsel, den ich auf der Fahrt ins Büro mitgehört habe, war nicht nur Impuls für eines der Gespräche, die mir dieses Jahr am meisten in Erinnerung geblieben sind – er zeigt auch, wie lange manches Wort selbst (oder gerade?) in schnelllebigen Zeiten nachhallt.
Redakteure blicken auf 2025 Diese Gespräche treiben mich um
Christoph Plass 03.01.2026 - 10:00 Uhr