Regionalsport "Wir fühlen uns nicht als Verlierer"

Die zwei mächtigen Männer im Hintergrund: Jakob Schleicher (links) bei Kickers Selb, Reiner Denzler bei der SpVgg Bayern Hof. Fotos: Michael Ott/Mario Wiedel Quelle: Unbekannt

Nach Ansicht von Jakob Schleicher hat Kickers Selb im Wechsel-Streit mit der SpVgg Bayern Hof rational gehandelt.

Selb - Fußball-Landesligist Kickers Selb fühlt sich in dem seit Donnerstag beendeten Wechsel-Zoff mit der SpVgg Bayern Hof keineswegs als Verlierer. "Wenn die Hofer meinen, aus der Sache als Gewinner hervorgegangen zu sein, muss ich ihnen entgegenhalten, dass sie drei ihrer besten Nachwuchstalente an uns verloren haben. Ist man in so einer Situation ein Gewinner", fragt Kickers-Teammanager Jakob Schleicher, der im Gespräch mit der Frankenpost die späte Einigung mit dem Bayernligisten aus Selber Sicht darstellten wollte.

Prager kommen nicht

Die beiden Spieler aus Prag, die Kickers Selb in der vergangenen Woche bereits als Neuzugänge vorgestellt hatte, kommen nun doch nicht. Das bestätigte am Freitag Team-Manager Jakob Schleicher der Frankenpost. Der 27-jährigen Ukrainer Oleksandr Yaroshenko, der die Offensive verstärken sollte, habe keine Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis vorlegen können, berichtet Schleicher. Damit sei auch der Wechsel des 18-jährigen Tomas Hein geplatzt. Beide Spieler wollten, wie berichtet miteinander von Prag nach Selb kommen. B. N.

Kickers Selb sei immer bereit gewesen, sich mit der SpVgg Bayern Hof zu einigen und zumindest für Jonas Lang und Ege Özkan eine gewisse Ablösesumme zu zahlen, behauptet Schleicher. Aber von einem fünfstelligen Betrag, der alleine für Özkan geflossen sein solle, könne überhaupt keine Rede sein. "Wir haben für beide Spieler insgesamt eine vierstellige Summe netto bezahlt", weist er die Darstellung in dem gestrigen Frankenpost -Bericht zurück. Auch Kickers-Vorsitzender Stefan Specht erklärt am Telefon sichtlich aufgebracht: "Ich weiß nicht, wer solche Märchen verbreitet. Die Ablöse für beide Spieler zusammen lag im vierstelligen Bereich."

Richtig sei, dass Kickers Selb einen Tag vor dem Gerichtstermin die Freigabe für Danny Wild und Andreas Knoll erteilt habe, spricht Schleicher von einem ganz rationalen Handeln. "Wir haben damit den ersten Schritt gemacht. Ein Kuhhandel war von uns niemals angedacht gewesen." Seiner Meinung nach hätte man die Einigung schon viel früher erzielen können. "Im Endeffekt haben wir für die beiden Spieler Lang und Özkan genau das bezahlt, was wir von Anfang an fest eingeplant hatten", freut sich der Teammanager, dass die ganze Sache jetzt noch ein gutes Ende genommen hat.

Die Verhandlungen am Mittwoch und Donnerstag mit Achim Schubert, dem Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH, seien so verlaufen, ,,dass man sich hinterher wieder in die Augen schauen und später auch wieder über den Wechsel von Spielern reden kann", so Schleichers Einschätzung. Schubert habe sogar angedeutet, dass die SpVgg Bayern Hof jederzeit bereit sei, junge Spieler zu Kickers Selb zu schicken, wenn sie es noch nicht in den Bayernliga-Kader schafften. Schleichers Fazit: "Nicht nur die SpVgg Bayern Hof hat ihr Ziel erreicht, nein, das haben auch wir."

Foto: privat

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