Regnitzlosau Regnitzlosau trauert um Theo Beckstein

Theo Beckstein Quelle: Unbekannt

Er war über Jahrzehnte eine der großen Persönlichkeiten in Regnitzlosau: Theo Beckstein, langjähriger Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, ist am 12. November im Alter von 89 Jahren verstorben.

Mit Beckstein verliert die SPD einen Menschen, der sich in allen Bereichen der Gesellschaft engagiert hat und der sich viel Respekt weit über die Grenzen seiner Partei erarbeitet hat. Beckstein, am 23. Oktober 1931 geboren, machte als junger Mann zunächst eine Ausbildung zum Musikinstrumentenmacher, war zeitweise bei der Firma Knoll in Prex angestellt, bevor er zur Rehau Plastik wechselte. Die längste Zeit seines beruflichen Lebens aber verbrachte Theo Beckstein, dessen erster Vorname eigentlich Gustav lautet, von 1966 bis 1991 bei der Grenzpolizei. Die deutsche Einheit war dem Sozialdemokraten seit jeher eine Herzensangelegenheit. In den Wochen nach der Grenzöffnung in Berlin, als in der Region die Grenzen noch dicht waren, lud Beckstein als SPD-Vorsitzender am 10. Dezember 1989 zum Lichtergruß nach Nentschau ein, um die Nachbarn im angrenzenden Posseck auf DDR-Territorium zu grüßen. Viele Treffen an dieser Stelle folgten, bis die Grenze am 21. Dezember 1989 auch offiziell fiel. Aus dem ersten Lichtergruß entstand später das Vogtlandfest, zu dem über die Jahre Persönlichkeiten wie Renate Schmidt, Hans-Jochen Vogel, Regine Hildebrandt, Franz Müntefering oder auch Wolfgang Tiefensee den Weg fanden. 1971 war Theo Beckstein die SPD eingetreten und übernahm ihm gleichen Jahr den Ortsvorsitz, den er bis 2006 innehatte. Er war von 1971 bis 2002 Mitglied im Gemeinderat Regnitzlosau, auch Mitglied des Kreistags. Am 17. Oktober 2010 ernannte ihn die Gemeinde zum Ehrenbürger. Beckstein ist auch Träger der Willy-Brandt-Medaille.

Anne Kiefer, ebenfalls ehemalige SPD-Ortsvorsitzende in Regnitzlosau, erinnert sich an Beckstein als "eine Institution, die Stütze für die SPD in Regnitzlosau". Theo Beckstein sei ein "Macher, ein grandioseer Rhetoriker und ein Organisator, ein richtiger ‚alter Sozi‘" gewesen. Die SPD Regnitzlosau verliere mit Beckstein den Inbegriff der Haltung der SPD als Arbeiterpartei, "ein Vorbild alter Schule".

Gerhardt Schiller, ehemaliger Bürgermeister von Regnitzlosau, nennt Theo Beckstein ein "Vorbild für alle", einen, der sich immer für das Wohl der Gemeinde und der Allgemeinheit eingesetzt hat und für den Parteifarben nicht alles waren. Als langjähriger Vorsitzender der SG Regnitzlosau habe sich Beckstein in wichtiger Position für die Gemeinde und ihre Bürger eingesetzt. Ein wichtiges Anliegen war der Bau der Einfach-Turnhalle Ende der Achtzigerjahre. Schiller erlebte Theo Beckstein auch als guten Trainer. "Er hat uns dazu gebracht, neben dem Fußball auch noch ein paar Leibesübungen zu machen", sagt Schiller. Sinnbildlich für die Weltanschauung Becksteins: Scheuklappen seien ihm fremd gewesen.

Ein aufrechter Sozialdemokrat" - das war Theo Beckstein nach den Worten von SPD-Landtagsabgeordnetem Klaus Adelt. Jeder, der das SPD-Urgestein bei Versammlungen erlebt hat, wusste, was am Ende kommen musste. "Moment amal." "Wenn das nicht kam, dann stimmte etwas nicht", erinnert sich Adelt. red

 

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