Udo Benker-Wienands hat wegen der Rodung der Hecke die untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes eingeschaltet und bei der Polizei Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Naturschutzgesetz erstattet. Das Landratsamt habe zwar die Rodungsarbeiten kurzfristig einstellen lassen, aber die Bahn habe auf ihre Verkehrssicherungspflicht gepocht und nach einem Tag weitermachen dürfen. Benker-Wienands hat durchaus Verständnis dafür, dass die Lokführer freie Sicht auf Signale und Gleis haben müssen. Doch dafür, betont er, müsse man während der Vogelbrutzeit keine Hecken beseitigen, die nicht einmal zwei Meter hoch sind. Er schlägt vor, dass die Bahn die Organisation des Vegetations-Rückschnitts verbessert: "Alle Arbeiten müssen auf die Monate Oktober bis Februar konzentriert werden." Zudem wünscht er sich, dass sich künftig in jedem Arbeitstrupp eine geschulte Person befindet, die die Belange des Naturschutzes berücksichtigt und die Kollegen einweist. In den kommunalen Bauhöfen seien die Mitarbeiter mittlerweile für die Belange des Artenschutzes sensibilisiert. Das erwartet der Naturschützer auch von der Bahn. "Sie sollte eine Arbeitsgruppe gründen, die sich bundesweit an allen Gleisen um den Artenschutz kümmert", sagt Benker-Wienands. Es reiche nicht, wenn die Bahn nur bei Neubaustrecken Ausgleichsmaßnahmen vornehme und dabei einzelne Tierarten umsiedle.