Rehau Jugendzentrum vor dem Neustart

Open-Air-Kino im provisorischen Jugendzentrum im Gemeindehaus: Während der Sommerferien haben viele junge Rehauer die Angebote genutzt – im neuen alten Jugendzentrum neben dem Rathaus werden es vermutlich noch mehr werden. Foto: privat

Die Rehauer Einrichtung hat einen neuen Chef: Tobi Brauer aus Nürnberg kümmert sich ums Angebot für die jungen Rehauer. Als erstes steht der Umzug zurück in die frisch sanierten alten Räumlichkeiten an, dann Personalsuche – und später noch viel mehr.

Tobi Brauer heißt der Neue. Er wird bald 40, lebt in Nürnberg (wohin er von Rehau aus pendeln möchte) und hat im Sommer eine Aufgabe übernommen, die die Rehauer schon lange wieder hatten besetzen wollen: Er ist der neue Leiter des Rehauer Jugendzentrums. Angestellt ist er bei der Diakonie Hochfranken, sie entsendet ihn nach Rehau, um hier mit der Jugend zu arbeiten. Das hat er schon: „Wir hatten während der Sommerferien den Raum im Gemeindehaus geöffnet, und der Zulauf war gut“, freut er sich. Mehr als 350 Kinder und Jugendliche hätten an den 24 Öffnungstagen vorbeigeschaut. Seit Juni schaut er selbst sich in Rehau um, und in den nächsten Wochen steht so einiges an für ihn.

Das Bauliche: Bald soll der Verschiebebahnhof mit den jungen Rehauern endlich abgeschlossen sein. Viele Kita-Kinder und noch mehr Jugendliche hatten sich, wie berichtet, in den vergangenen Jahren mit zwei Provisorien zufrieden geben müssen: Im alten Jugendzentrum neben dem Rathaus waren zwei Kita-Gruppen untergebracht, das Jugendzentrum war dafür ins evangelische Gemeindehaus gezogen. In diesen Wochen geht alles wieder retour: Seit der Eröffnung der neuen Diakonie-Kita in der Goethestraße sind die Kinder ausgezogen, nun geht es fürs Jugendzentrum wieder raus aus dem Gemeindehaus. „Zum ersten: Wir haben im neuen Jugendzentrum Platz ohne Ende im Vergleich zur Zwischenlösung“, schwärmt Tobi Brauer. Fünf Räume stünden insgesamt zur Verfügung: ein Kraft- und Fitnessraum, einer für Gaming mit Playstation und Co., ein Küchen- und Cafébereich zum Chillen, eine tolle Terrasse und Räume, in denen man sich auf Wunsch auch mit der Clique zurückziehen könne, um nicht immer mit allen anderen Besuchern beieinander sein zu müssen. In den nächsten Wochen soll die Einrichtung fertig werden: „Momentan warten wir auf die Möbel, den Kühlschrank und einen neuen Herd. Geschirr fehlt auch noch, und streichen müssen wir noch“, zählt er auf. In vier bis sechs Wochen, so hofft er, könne er den jungen Besuchern etwas einigermaßen fertiges anbieten.

Der Neue: Er habe früher eine zeitlang in der Region gewohnt, seine Mutter lebt in Selb, erzählt Tobi Brauer. So sei er immer mal wieder in der Gegend: Freunde von früher hatten ihn darauf aufmerksam gemacht, dass die Stadt Rehau eine Stelle ausgeschrieben hatte. „Wer mich kennt, weiß ja, was ich mache – und die Aufgabe, etwas komplett neu aufzubauen und zu gestalten, hat mich sehr gereizt“, erklärt der 39-Jährige. Zuletzt hat er im Jugendamt Nürnberg gearbeitet, unter anderem als Streetworker und in der offenen Jugendarbeit, war zudem Dozent an einer Fachakademie für Sozialpädagogik, wo er angehende Erzieher ausgebildet hat. An Rehau reizt ihn die Aufgabe. Und die Möglichkeiten.

Die Jugendarbeit: Mitte 2020 war Ellen Dimmling, die langjährige Leiterin des Jugendzentrums, in den Ruhestand gegangen. Ihr folgten nacheinander zwei junge Sozialpädagogen nach, die sich aber schon nach kurzer Zeit anders orientierten beruflich beziehungsweise privat. So haben Stadt Rehau und Diakonie Hochfranken eine lange und intensive Suche hinter sich: Der Fachkräftemangel ist groß, der Markt abgegrast – vier Monate war die Stelle vakant. Nun aber soll sie sogar noch aufgestockt werden.

„Es wurde bereits noch eine weitere Teilzeitstelle ausgeschrieben, die Vorstellungsgespräche laufen“, erklärt Tobi Brauer. Auch da hoffe er, in den nächsten Wochen ein Ergebnis präsentieren zu können. Noch gebe es ja keine Vergleichswerte, wie sich die Rehauer Jugendarbeit mit neuem Jugendzentrum weiterentwickeln könne. „Ich gehe aber von viel Zulauf aus“, sagt Brauer. Was er bereits gemerkt habe: Neben der Anlaufstelle für die jungen Rehauer zum Chillen, Spielen und Gleichaltrige treffen werde die Einrichtung auch gebraucht als Ort, an dem man seine Probleme ansprechen, Hilfe anbieten oder bei der Ausbildungs- und Jobsuche unter die Arme greifen könne. Und noch ein Ziel verfolgt Tobi Brauer: „Wir wollen die jungen Leute auch in die Eigenverantwortung bringen, sich ums Jugendzentrum und die Angebote darin zu kümmern.“

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