Rehau saniert Wüstenbrunner Straße Schmaler, sicherer, teurer

Der Kreuzungsbereich, in dem die Wüstenbrunner Straße auf die Pilgramsreuther Straße trifft, bekommt ein völlig neues Gesicht. Foto: /Gödde

Die Wüstenbrunner Straße in Rehau steht kurz vor der Sanierung. Die Planung steht weitgehend, bald soll es an die Ausschreibung gehen. Der Straßenzug wird ein völlig neues Gesicht erhalten.

Rehau - Über die Jahre ist die Wüstenbrunner Straße in Rehau eine ziemliche Buckelpiste geworden, vor allem im unteren Bereich in Richtung Innenstadt. Durch ihre Breite fühlten sich Autofahrer immer wieder zu viel zu hohen Geschwindigkeiten verleitet – eine ungute Kombination. Nun will die Stadt mit einer grundlegenden Sanierung Abhilfe schaffen. Das Thema steht seit Jahren auf der Agenda des Stadtrates, jetzt steht der erste Bauabschnitt auch im diesjährigen Haushalt.

Die Stadt hat mit den Planungen das Büro Schnabel aus Konradsreuth beauftragt. Dessen Chef Reinhard Schnabel stellte dem Bausenat am Dienstag vor, wie sich die Wüstenbrunner Straße künftig präsentieren soll. Die Änderungen für Anwohner, Fußgänger und Autofahrer sind durchaus gravierend. Die Straße wird vor allem schmaler und, so erwarten es die Planer, deutlich sicherer.

Das stellte Reinhard Schnabel dem Senat vor: Bauabschnitt 1 beinhaltet 235 Meter der Wüstenbrunner Straße zwischen der Einmündung in die Pilgramsreuther Straße und die Kreuzung zur Virchowstraße. Zudem werden 90 Meter der Pilgramsreuther Straße im Kreuzungsbereich saniert. Hinzu kommen neue Wasser- und Abwasserleitungen.

Eben dieser Kreuzungsbereich erfährt eine deutliche Veränderung. Während viele Autofahrer derzeit aus Richtung Innenstadt kommend von der Pilgramsreuther wie geradeaus in die Wüstenbrunner Straße einfahren, was immer wieder mit gefährlichen Situationen und meist einem hohen Tempo einhergeht, wird dies in Zukunft nicht mehr möglich sein. Die Wüstenbrunner Straße macht künftig vor der Kreuzung einen Bogen, sodass sie im rechten Winkel auf die Pilgramsreuther Straße trifft. Das soll den Abbiegevorgang aus allen Richtungen verlangsamen und übersichtlicher machen. „Das Geradeausfahren verschwindet total“, sagte Reinhard Schnabel.

Ein sicherer Verlauf soll auch die neu gebaute Wüstenbrunner Straße kennzeichnen. Die Fahrbahn wird auf 5,5 Meter begrenzt. Aktuell ist sie acht Meter breit, an der Einmündung zur Pilgramsreuther Straße noch einmal einen guten Meter breiter. Vielerorts zeigt sich: Eine schmale Straße führt dazu, dass Autofahrer ihren Gasfuß zügeln. Gleichzeitig bekommen Fußgänger mehr Platz: Die Gehwege werden 2,5 Meter breit. Zudem entstehen entlang der Wüstenbrunner Straße Parkstreifen, die im Straßenverlauf aber die Straßenseite wechseln. Reinhard Schnabel spricht hier von einer „Verschwenkung“. Die soll noch einmal Tempo aus dem Verkehr nehmen, was auch insbesondere vor der dortigen Lamikita von Bedeutung ist.

Inbegriffen in die Planung ist ebenfalls die Hoffnung, den Fußgängerstrom besser und sicherer zu leiten. Schließlich sind tagsüber viele Schüler an diesen Straßenzügen unterwegs. So wird es an der Kreuzung Pilgramsreuther und Wüstenbrunner Straße über die Pilgramsreuther Straße hinweg eine Querungsstelle für Fußgänger geben, über die Wüstenbrunner Straße hinweg eine Querungshilfe, also eine bauliche Unterstützung in Tropfenform. Eine Ampel ist hier nicht gewollt, ein Zebrastreifen ebenfalls nicht. „Zebrastreifen vermitteln ein falsches Gefühl von Sicherheit“, sagte Bürgermeister Michael Abraham hierzu.

Die Arbeiten sollen in jedem Fall dieses Jahr noch beginnen. Über den Bauzeitplan hat sich Reinhard Schnabel bislang allerdings noch keine Gedanken machen können, wie er am Dienstag sagte. Die eigentlichen Planungen lägen in den letzten Zügen, der nächste Schritt sind die Ausschreibungen. Von denen hängt einiges ab. Schließlich sorgt der Bau-Boom anhaltend für Probleme, Baufirmen für Aufträge zu gewinnen. Hier gibt sich Schnabel allerdings hoffnungsvoll: „Das Problem wird größer, je weiter südlich man kommt.“ Die Baufirmen in der Region hätten zumeist noch Kapazitäten für weitere Aufträge. Alles Weitere müssten die Ausschreibungen ergeben. Denkbar sei auch, den ersten Bauabschnitt in weitere Unterabschnitte aufzuteilen. Was für den Konradsreuther Planer allerdings bereits feststeht: „Es wird teurer.“ 875 000 Euro sind aktuell für die Maßnahme im Rehauer Haushalt vorgesehen.

Gerti Röder (FUWR) wollte wissen, wie der Zugang zur Kindertagesstätte während der Bauzeit gewährleistet ist. Laut Bürgermeister Abraham wird es die ganze Zeit über die Möglichkeit geben, zur Lamikita zu gelangen. Er machte aber auch klar, dass es – wie immer bei Straßenbauarbeiten – zu Beeinträchtigungen kommen wird. Er fügte an: „Die Verkehrsteilnehmer können vielleicht auch mal 20 Meter zu Fuß gehen. Aber das ist ja gerade im Bereich Kindergarten nicht immer so einfach möglich.“

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