Relegation Scharfe Kritik an der Regionalliga-Relegation

Dirk Meier
Der FC Eintracht Bamberg feiert den Regionalliga-Klassenerhalt – mit einem faden Beigeschmack. Foto: IMAGO/Zink/IMAGO/Sportfoto Zink / Wolfgang Zink

Manche sprechen sogar von der „Schande von Bamberg“ – in Anlehnung an die Schande von Gijon.

 
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Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat sich mit der Relegation zur Fußball-Regionalliga womöglich einen Bärendienst erwiesen – wie sich am Dienstagabend herausstellte. Denn nachdem sich aus der Bayernliga Süd mit dem TSV Schwaben Augsburg nur eine Mannschaft in der Lage gesehen hatte, den Aufstieg in die höchste bayerische Spielklasse anzunehmen, musste der Modus der Relegation zur Regionalliga angepasst werden. Die drei Vereine taten vermeintlich ihr Bestes. Herausgekommen ist dabei aber nur eine bedingt sportliche Entscheidung.

Weil am Freitagabend auch das dritte Spiel, dieses Mal zwischen Eintracht Bamberg und dem TSV Buchbach (0:0) mit einem Remis endete, war der Dritte im Bunde, der VfB Eichstätt, raus. „Die Reaktionen waren größer als beim letzten Spieltag, als wir noch Zweiter geworden sind. Sogar aus anderen Bundesländern hat man sich bei mir gemeldet“, sagte Dominic Rühl, der Trainer des VfB Eichstätt, der am Dienstagabend selbst Augenzeuge des Spiels in Bamberg war. Er verließ fünf Minuten vor dem Ende das Stadion, weil eh schon längst klar gewesen sei, dass keine Tore mehr fallen würden. Der Hintergrund: Weder die Eintracht noch die Buchbacher benötigten einen Treffer, waren beide mit dem 0:0 weiter in der Regionalliga.

Ein Nicht-Angriffspakt? Denn schon vor der finalen Partie stand fest, wenn die Partie Bamberg gegen Buchbach unentschieden endet, sind beide weiter. Warum dann also ein Risiko eingehen? Rühl will aber nicht allein dem BFV die Schuld geben („Als Sportler kann man es trotzdem auf dem Platz sportlich lösen, auch wenn es das Risiko gibt, dass dann einer den Kürzeren zieht!“) und stört sich vor allem an den Aussagen seiner Trainer-Kollegen nach dem Spiel: „Zu sagen, dass man zwar einen Tag vorher miteinander telefoniert hat, aber nichts abgesprochen war, ist für mich der blanke Hohn! Wenn sich die Trainer hinstellen und sagen, dass ihnen einfach der Punkt gereicht hat, könnte ich damit besser leben. Der Kollege aus Buchbach kam nach unserem Spiel noch her und hat versprochen, dass sie voll auf Sieg spielen würden. Aber wenn, dann hat das zumindest noch Bamberg eine halbe Stunde lang probiert.“

Sportlich wertlose Relegation?

Nun muss die Rühl-Elf aus Eichstätt auf die Würzburger Kickers hoffen, denn wenn sich die Rothosen in den beiden Aufstiegsspielen gegen Hannover 96 II durchsetzen, dann war die Relegation zur Regionalliga ohnehin für die Katz und Eichstätt wäre 2024/25 auch ein Regionalligist. Damit wäre der Modus zum zweiten Mal ad absurdum geführt.

Schon bei der Entscheidung über den Modus hatte es zumindest einige Missstimmung gegeben: Die SpVgg Bayern Hof, die zwar bereitgestanden hätte und auch den Lizenzantrag für die Regionalliga erfolgreich gestellt hatte, war zwar Teilnehmer der Abstimmung, aber letztlich hatte der BFV keine Variante zur Abstimmung gestellt, die Hof auch nur eine theoretische Chance gegeben hätte, an der Relegation teilzunehmen.

Denn mit einem weiteren Teilnehmer an der Relegation wäre schon einmal ausgeschlossen gewesen, dass es eine sportlich wertlose Relegationsrunde geben würde. Dass nun die Dreierrelegation einen faden Beigeschmack erhält, dürfte Wasser auf die Mühlen der Kritiker sein.

Die Abläufe der letzten Wochen mit dem Lizenzierungsverfahren und dem Relegationsmodus wird womöglich in der Debatte um eine Abschaffung der Regionalliga Bayern, die in anderen Bundesländern seit Jahren geführt wird, als schlagkräftiges Argument aufgenommen.

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