Auch die geplante erweiterte Mütterrente soll mit dem Gesetz ab 1. Januar gelten; sie war ein CSU-Anliegen.
Hilft der Blick auf die Rentenkommission?
Wie bereits Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) versuchten Merz und Bas, die Blicke verstärkt über das umstrittene Rentengesetz hinaus zu lenken. Die ebenfalls geplante Aktivrente sei der Einstieg in eine längere Lebensarbeitszeit, sagte Merz. Der Kanzler stellte darüber hinaus eine tiefgreifende Rentenreform in Aussicht, die bald auf den Weg gebracht werden solle. Dabei gehe es um die Gesamtversorgung im Alter.
Dazu sollten die private und betriebliche Säule deutlich gestärkt werden – auf Basis von Kapitaldeckung. Über so eine Kapitaldeckung wäre vor wenigen Jahren mit der SPD noch gar nicht diskutierbar gewesen – nun sei man sich über den Weg einig. An die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber richtete der Kanzler den Aufruf, attraktive Angebote für Betriebsrenten zu machen.
Klingbeil und Bas versicherten ihren Reformwillen. Klingbeil sagte: "Da kommt alles auf den Tisch." Bas sagte, sie sei "sehr offen" für weitere Diskussionen. Ihren festen Reformwillen habe die SPD dem Kanzler bereits versichert. Ziel sei ein eigenes mutiges Rentensystem für Deutschland. "Ich bin dazu bereit."
Auch längeres Arbeiten kommt in die Debatte
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger forderte einen Stopp des umstrittenen Rentenpakets. "Kabinettsbeschlüsse können geändert werden", sagte Dulger. "Wenn sie falsch sind, dann muss das Parlament sie ändern." Dulger lehnt das gesamte Paket ab. "Vielleicht würde der Politik in dieser Situation eine Denkpause helfen, um danach klug zu entscheiden."
Dagegen setzte Dulger die Forderung nach einem höheren Rentenalter. "Wenn die Menschen älter werden, muss auch die Regelaltersgrenze schrittweise angehoben werden", sagte er. Ähnlich äußerte sich auf dem Arbeitgebertag Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Für die Zeit nach dem Jahr 2031 plädierte Reiche für eine Anpassung des Renteneintrittsalters an die gestiegene Lebenserwartung.