Dass Lehrlinge Brotzeit holen oder die Werkstatt aufräumen müssen, kommt vor. Mit einem Fön eine Wüstenlandschaft nachzubilden, gehört aber sicher zu den exotischeren Aufträgen. In der Zeit, als Philip Rosenthal im Porzellankonzern das Sagen hatte und im Schloss Erkersreuth wohnte, war so etwas möglich gewesen. Rosenthal, Unternehmer, Abenteurer und Kunstliebhaber, schlief auf einer Matratze in einem Beduinenzelt voller Saharasand. Mehrere Zentimeter hoch liegt dieser noch heute auf dem Boden des Schlafzimmers, mittlerweile abgedeckt mit Glasplatten. Für das letzte i-Tüpfelchen Wüstenflair war der Lehrling verantwortlich, der mit dem Fön das typische Wellenmuster in den Sand blies.