Röslau Musterfahrplan fürs Quartierskonzept

Wolfgang Neidhardt
Schwachstellen beim Energieverlust sollen mit dem Quartierskonzept der Vergangenheit angehören. Foto: dpa//Tobias Hase

Die Mitarbeiter des Planungsbüros waren in Röslau unterwegs, haben mit Bürgern gesprochen und die Unterlagen präzisiert. Nun planen sie die nächsten Schritte.

 
Schließen

Diesen Artikel teilen

Es ist ein Modellprojekt, das in Röslau in diesem Jahr angelaufen ist: das „energetische Quartierskonzept“. Das Planungsbüro es-geht-GmbH hat sich dieser Aufgabe für fast den gesamte Ortsbereich südlich der durch Röslau führenden Staatsstraße angenommen – und dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung Bericht erstattet. Fazit: Es geht voran mit diesem Projekt. Lucas Dörr als Vertreter des Unternehmens gab den Stand der Dinge bekannt:

„Wir haben die Gebäude in Primärenergie-Verbrauchsklassen eingeteilt und festgestellt, dass 70 Prozent vor 1981 gebaut worden sind.“ Mit den Bewohnern hätten er und seine Mitarbeiter die Häuser besichtigt, energetische Themen angesprochen und Sanierungspläne aufgestellt. „Wir wollen eine Art Musterfahrplan anwenden, abgestimmt nach Geldbörse, Lust und Laune der Bewohner.“ Auf Nachfrage von Thorsten Strahberger sagte Dörr: „Ohne Energieberater geht es nicht. Aber wir unterstützten ihn in seiner Arbeit.“

Strom und Gas

Sein Unternehmen ist ferner dabei, für Unternehmen die Kohlendioxid-Bilanz zu erstellen. Der Firma Vanderborst hat die Firma ein „Dossier“ zusammengebaut für eine Sanierung. Die örtlichen Unternehmen hätten unterschiedliche Voraussetzungen: Das Stahl- und Drahtwerk könne mit technischer Abwärme arbeiten und heize vor allem mit Gas. Bei Scherdel sei Strom der Hauptträger. Und Steinkamp benötige Gas auch, um zu heizen. Für alle will das Büro passende Lösungen anbieten.

Leider nur ein geringes Feedback hätten er und seine Mitarbeiter erhalten beim Thema Nahwärmenetz. Es geht darum, Dachflächen zu berechnen, etwa am Feuerwehrhaus oder der Turnhalle am Hirtberg. Für das Winterling-Areal will die Firma ein Konzept ausarbeiten. Möglicher Betreiber einer Energie-Genossenschaft könne das gKu werden.

Bürgerbus und Carsharing

Ein weiteres Augenmerk bei diesem Projekt gilt der Lebensqualität. Dörr nannte einige Stichworte: Barrierefreiheit am Gleis 2 des Bahnhofes, ein Kreisel für die Egerstraße, ein Bürgerbus nach Kirchenlamitz und eventuell ein Carsharing-Modell. Für die Jugend gelte es, einen Treffpunkt zu schaffen, natürlich mit Wi Fi – am besten mit einem Proberaum für Bands und Sporteinrichtungen. Senioren sollten eine Tagesbetreuung durch einen Pflegedienst erhalten und barrierefrei in ihre Wohnungen kommen können. „Wir stellen uns auch einen Besucherdienst durch Nachbarn und weitere Hilfsangebote vor.“ Für Grünflächen und einen Spielplatz stellen sich die Planer unter anderem einen Biotop-Lehrpfad vor, einen gestalteten Hügel und eine verkehrsberuhigte Situation im Umfeld. Für den Hirtbergweg sei eine Bepflanzung notwendig.

Die nächsten Aufgaben, denen sich Dörr und seine Mitarbeiter stellen: Die Freifläche am Stahlwerk wegen einer Nutzung prüfen ohne Einschnitt in das Landschaftsbild, ein Konzept für Nahwärme, Berechnungen wegen Dachflächen – und den Kontakt schaffen zu Betreuern öffentlicher Liegenschaften. Im Dezember will die es-geht-GmbH den nächsten Bericht erstatten.

Pappenfabrik und Jugendbeirat

Verabschiedet hat der Gemeinderat außerdem die Benutzungs- und Gebührensatzung für das Areal „Alte Pappenfabrik“. Darin ist alles für Nutzer des Wohnmobil-Stellplatzes geregelt – von Verhaltensregeln über die Haftung bis zu Konsequenzen bei nicht angemessenem Verhalten. Zwei Änderungen hat die Verwaltung auf Anregung von Horst Wildenauer aufgenommen: Zum einen soll an diesem Platz die Möglichkeit geschaffen werden, Chemietoiletten zu entsorgen. Zum zweiten einigte sich das Gremium auf eine Strafzahlung in Höhe von 80 Euro für Besucher, die die Regeln auf dem Platz brechen.

Ebenfalls verabschiedet hat der Gemeinderat die Satzung für den Jugendbeirat. Er soll zweimal im Jahr zusammentreten. Die Jugendlichen sollen ihre Vertreter aus ihren Reihen wählen. Sitzungsgeld erhalten sie keines, aber gerne einmal eine kleine Getränke-Spende von der Gemeinde, berichtete Bürgermeister Torsten Gebhardt. Er sagte auch, dass die Trafostation am Pfarrberg erneuert werde. Die Treppe daneben werde durch einen kleinen Weg ersetzt. Die Weihnachtsbeleuchtung soll wieder in vollem Glanz leuchten, antwortete Gebhardt auf Nachfrage von Bernd Nürnberger, „zumal wir ja LED-Lampen im Einsatz haben“. Für die Reinigung der Wappen an den Ortseingängen sei bereits ein Auftrag vergeben, beantwortete er die Frage von Thorsten Strahberger.

Dank an Bürgermeister

Wahl-Nachlese
Vertreter aller Parteien sahen sich noch zu einem Nachschlag nach der Bürgermeisterwahl genötigt: Gabi Neubert sagte, die Freien Wähler dankten dem abgewählten Torsten Gebhardt für seine Arbeit. Für ihn hatte auch CSU-Fraktionssprecher Georg Beer die besten Wünsche – und Bernd Nürnberger meinte, man werde auch künftig gut zusammenarbeiten. Und: Die SPD werde sich für Gebhardt zum Abschied schon noch etwas einfallen lassen.

Bilder