Rolle rückwärts in der Selber Innenstadt Geplanter Busbahnhof ist aus dem Rennen

Hinter dem Brauhaus bleibt alles wie es ist. Der Bau des Zentralen Busbahnhofes ist gestrichen. Foto: Florian Miedl/Florian Miedl

Hinter dem Brauhaus sollte eigentlich die zentrale Haltestelle für den ÖPNV entstehen. Davon ist jetzt aber keine Rede mehr.

Selb - Die Zuhörer in der Stadtratssitzung am Mittwoch erfahren es eher am Rande: Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) hinter dem Brauhaus in der Schillerstraße – noch im Dezember als wichtiger Baustein der Bayerisch-Tschechischen Freundschaftswochen gepriesen – wird nicht gebaut. Der Stadtrat hat das Projekt in nichtöffentlicher Sitzung gecancelt.

Dass der ZOB nicht gebaut wird, erwähnte Wolfgang Kreil (CSU) in der Diskussion um die Ludwig-Passage. Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch griff das auf und bestätigte, dass der Stadtrat nach reiflicher Überlegung in nichtöffentlicher Sitzung zu der Überzeugung gelangt sei, dass der ursprünglich geplante große ZOB nicht realisiert werden könne. Das habe bautechnische Gründe und hänge zudem mit den Grundstücken zusammen, die in Privatbesitz seien. Anstatt des ZOB sollen nun die bestehenden Bushaltestellen und Zustiegsmöglichkeiten in der Schillerstraße und am Bahnhof ausgebaut und barrierefrei gestaltet werden. Man werde jetzt Gespräche mit der Regierung von Oberfranken führen.

Keine Einigung

Noch im Dezember hatte der Ferienausschuss der geplanten zentralen Haltestelle grundsätzlich zugestimmt. Dazu lag auch schon ein Plan vor, der eine Zufahrt zwischen der Commerzbank und dem Brauhaus-Gelände vorsah. Schon damals hatte Bauamtsleiter Helmut Resch gesagt, dass die Stadt zuvor die Grünfläche neben Brauhaus erwerben wollte, aber mit dem Grundstücksbesitzer zu keiner Einigung gelangt sei.

Allerdings – und das war offenbar eine weitere Hürde – sollten nach dem Willen des Ferienausschusses maximal acht Parkplätze wegfallen. Der Bau des ZOB hätte aber 22 Parkplätze gekostet. Deswegen lautete der Vorschlag, man könnte möglicherweise auf dem Place de Beaucouzé Ersatzparkplätze schaffen und den Partnerschaftsplatz an eine andere Stelle verlegen.

Förderung und Privatbesitz

Allerdings ist der Place de Beaucouzé mit Fördermitteln errichtet worden. Wie Bauamtsleiter Helmut Resch am Donnerstag auf Nachfrage der Frankenpost erläuterte, müsste der Platz umgewidmet werden – zum Parkplatz. Und das wiederum könnte dazu führen, dass die gewährten Zuschüsse zurückgefordert würden. Außerdem führt die Zufahrt zum Platz der Selber Partnerstadt über das Gelände des Einkaufszentrums. Und das wiederum ist in Privatbesitz, was die Zufahrt zu einem öffentlichen Parkplatz schwierig mache. Zudem würden im öffentlichen Personennahverkehr vermehrt kleinere Fahrzeuge wie etwa Anrufbusse eingesetzt.

In der Sitzung fragte Christine Hippmann (CSU) im Namen der Deutsch-Französischen Gesellschaft nach, ob eine Verlegung des Place de Beaucouzé überhaupt noch zur Debatte stehe. Pötzsch sagte, diese Frage sei nicht abschließend zu beantworten. Eine Verlegung sei zum jetzigen Zeitpunkt sicher nicht notwendig, „es sei denn, die DFG möchte das so“. Er bat Hippmann, die DFG möge sich zunächst intern noch einmal mit dem Thema befassen. ago

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