Der Beschaffungspreis für die ersten vier Kampfschiffe wird mit rund 6,3 Milliarden Euro angegeben. Die Option über vier weitere Schiffe könnte demnach bis Ende 2026 für rund 5,3 Milliarden Euro ausgelöst werden. Das ist weniger als eine Fortführung der F126, aber mehr als zunächst zur Rede stand.
Die Kostensteigerungen gegenüber der im Haushalt ursprünglich veranschlagten Summe basiere auf der "Umwandlung der industrieseitigen Kostenschätzung in ein verbindliches Vertragsangebot der TKMS", erklärt dazu das Ministerium. Und: "Die nach eingehender Prüfung der Marine unverzichtbaren Maßnahmen zur Ergänzung des Angebots machen dabei nur rund fünf Prozent der Gesamtkosten aus und sind damit kein maßgeblicher Treiber für die Preisentwicklung."
Röwekamp: Entscheidung ist richtig
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), begrüßte das Aus des Fregattenprojekts F126 und forderte Schadenersatz-Prüfungen. "Ich halte die Entscheidung für richtig. Die deutsche Marine kann sich angesichts der sicherheitspolitischen Lage keine jahrelange Hängepartie bei einem zentralen Rüstungsprojekt leisten", sagte Röwekamp der "Rheinischen Post".
Für die schwarz-rote Bundesregierung ist F126 nach dem Scheitern des deutsch-französischen Kampfjet-Projekts FCAS vor einigen Wochen das zweite milliardenschwere Vorhaben, das nach längerer Agonie für beendet erklärt wird. Allerdings waren bei FCAS industrielle Verteilungskämpfe Grund dafür, dass eine Einigung zuletzt unmöglich schien. In der deutschen Rüstungsbranche sorgt man sich schon, dass einem gemeinsamen Panzerprojekt (MGCS) ähnliches widerfahren könnte.