Ruhiges Jahr in Waldershof Corona lähmt die Planung der Vereine

Das Flanieren auf der Schlemmermeile wird es in diesem Jahr nicht geben. Nicht nur Corona-Auflagen, sondern auch die geplante Wasserleitungssanierung sprechen dagegen. Foto: /OZ (Archiv)

Großveranstaltungen wie Parties im Musik-Stodl oder die Schlemmermeile finden in Waldershof voraussichtlich nicht statt. Aber ein Ferienprogramm soll es geben.

Waldershof - Die Corona-Pandemie stellt nicht nur den Einzelhandel und viele Selbstständige vor fast unlösbare Probleme. Auch die örtlichen Vereine und ehrenamtliche Organisationen sind davon betroffen und stehen vor enormen Herausforderungen.

Klar ist: Großveranstaltungen wie die Oster- und Sommerparty im Musik-Stodl in Poppenreuth werden nicht über die Bühne gehen. Ebenfalls wenig Hoffnung gibt es, dass die traditionelle Schlemmermeile am ersten Samstag im September stattfinden kann. Zum einen sieht der Vorsitzende der veranstaltenden IGW (Interessengemeinschaft Waldershofer Geschäfte), Mario Zobel, kaum Chancen, die zu erwartende Vorgaben wie Mindestabstand, Hygienevorschriften und den Einsatz von Security-Mitarbeitern umsetzen zu können. „Wir hängen hier mit der Planung und einer möglichen Umsetzung komplett in der Luft. Für mich steht aber fest: Wenn das Oktoberfest in München abgesagt wird, machen wir das auch“, ergänzt Zobel.

Dass es zu einer Absage kommt, ist für Bürgermeisterin Margit Bayer eigentlich schon klar: „Ab April sollen die Sanierungsmaßnahmen für die Wasserleitung im Markt anlaufen, die sich bis in den Herbst hinziehen werden. Baustelle und Schlemmermeile im Markt lassen sich nicht gleichzeitig realisieren.“ Auch Überlegungen, die Schlemmermeile im Stadtpark abzuhalten, halten Mario Zobel und Margit Bayer nicht für realistisch. Zum einen wäre das Platzangebot für die Anbieter begrenzt. Die Strom- und Wasserversorgung wäre nicht ohne weiteres zu gewährleisten und bei schlechtem Wetter würden die Freiflächen im Stadtpark zu arg in Mitleidenschaft gezogen.

Der Sprecher des TSV Waldershof, Bernd Aßmann, beurteilt die Aussichten, das Hammerrangfest abzuhalten, als „eher gering“. Allerdings bleibt er mit den Musikgruppen und der Brauerei in ständigem Kontakt. Als Ersatz für die Schlemmermeile könnte wieder ein Außer-Hausverkauf der Schwammerbrühe angeboten werden.

Die im vergangenen Jahr ausgefallene Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen will Aßmann im zweiten Quartal 2021 auf jeden Fall nachholen. „Wir werden diese Veranstaltung im Freien abhalten, um alle eventuell noch notwendigen Bestimmungen einzuhalten.“ Eine Online-Veranstaltung müsste von der Hälfte der fast 600 Mitglieder schriftlich befürwortet werden. „Diesen Aufwand wollen und können wir uns nicht leisten“, ergänzt Bernd Aßmann.

Zu den sportlichen Aktivitäten im Fußballbereich stellt der Vorstandssprecher zufrieden fest: „Die Aktiven halten sich fit.“ Für den Nachwuchsbereich hofft Bernd Aßmann, dass die Kinder und Jugendlichen im Frühjahr wieder das Training aufnehmen können. Positiv stimmt den Vorstandssprecher, dass trotz des fehlenden Miteinanders und der Sportveranstaltungen die Mitglieder treu an der Seite des Vereins stehen. Es gebe keine Austritte.

Hart trifft die Pandemie auch den SV Poppenreuth. Dem Ausrichter von Musikveranstaltungen und Betriebsfesten im Musik-Stodl, im Kramer-Stodl und im geschlossenen Vereinsheim brechen hier wichtige Einnahmen weg. Auch die Schlemmermeile war immer eine Veranstaltung, bei der dem SV Poppenreuth Geld übrig blieb. Oberste Priorität hat für Vorsitzenden Heribert Pickert weiterhin die Kontaktpflege zu den Aktiven, zu den Verantwortlichen im Verein und den zahlreichen Unterstützern.

Die Spieler, die zum Großteil aus Tschechien kämen und über den Verein eine Arbeitsstelle in Deutschland gefunden hätten, hielten in Eigenverantwortung ihre sportliche Fitness hoch, erklärt Pickert. Und selbstverständlich helfe die Vereinsführung des SV bei anstehenden Behördengängen und der Wohnungssuche. Trotz dieser nicht einfachen Situation liefen die Planungen für die Sportheim­sanierung, die Umstellung der Flutlichtanlage auf LED und die Anschaffung eines Mannschaftsbusses.

Am Veranstaltungsplan festhalten will der Fichtelgebirgsverein. Vorsitzender Stephan Schremmer macht deutlich, dass dabei die aktuell geltenden Regelungen Berücksichtigung fänden. Wenn es geboten sei, würden Veranstaltungen auch kurzfristig abgesagt.

Das Waldershofer Ferienprogramm soll nach Ansicht von Stadtrat Christian Fritsch – der auch als Referent für Kinder, Jugend und Familien verantwortlich zeichnet – auch in diesem Jahr angeboten werden. Die Gespräche mit den teilnehmenden Vereinen und Verbänden würden im April geführt. Fritsch: „Ich bin überzeugt, dass wir wie im vergangenen Jahr ein abwechslungsreiches Programm für Kinder und Jugendliche anbieten können.“

 

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