Runder Geburtstag 12 000 Euro in zehn Jahren

Die Frauen des Selber Strickkreises zusammen mit den Ehrengästen und Gründerin Heidelinde Bundermann (zehnte von links) bei der Jubiläumsfeier. Im Vordergrund ein kleiner Basar zum Auftakt nach der langen Corona-Pause. Foto: /Gisela König

Mit ihrem Können und ihrem Einsatz helfen die Frauen des Strickkreises zwei Selbsthilfegruppen und Einzelpersonen. Zum Geburtstag gibt es viel Lob und Dank.

Selb - Sie stricken, um anderen zu helfen: Seit nunmehr zehn Jahren unterstützt der Strickkreis Selb die Selbsthilfegruppe nach Tumorerkrankung, die Multiple-Sklerose-Selbsthilfegruppe sowie erkrankte Einzelpersonen. Am Samstag haben die zahlreichen Frauen um Gründerin Heidelinde Bundermann in der Gaststätte „Blockhütte“ dieses – wie Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch es ausdrückte – „besondere Jubiläum“ gebührend gefeiert.

In ihrer Begrüßung erinnerte Heidelinde Bundermann an die Gründung des Strick- und Bastelkreises im September 2011, hervorgegangen aus der im März 1993 ins Leben gerufenen Selbsthilfegruppe nach Tumorerkrankung. In den zehn Jahren, so Bundermann, habe der Strick- und Bastelkreis mit seiner Arbeit gut 12 000 Euro für die beiden Selbsthilfegruppen erarbeitet.

Auch zum Geburtstag hatten die rührigen Frauen einen Basar aufgebaut, dessen Erlös wiederum den genannten Gruppen zufließt. Und weil die fleißigen Strickerinnen ausschließlich Kranken helfen wollen, wurde die Feier mit Essen und Trinken rein aus Spenden finanziert. Erfreut wies die Gründerin darauf hin, dass man nach der Corona-Pause plane, am 13. Oktober um 14 Uhr in der „Blockhütte“ wieder mit den regelmäßigen Treffen zu beginnen.

Geschichtliche Werte

Elisabeth Kaun von der Beratungsstelle Oberfranken der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft (DMSG) betonte, dass der Strickkreis Selb nicht nur den Selbsthilfegruppen und Erkrankten helfe, sondern auch Werte vermittle. So gäben die Frauen eine alte Handwerkstechnik mit geschichtlicher Tradition weiter. In früheren Jahrhunderten habe es Strickschulen gegeben, in denen Unterricht in Handarbeit erteilt wurde.

„Und dies ist heute wichtiger denn je,“ sagte Kaun. Sie lobte die Arbeit der Strickerinnen zugunsten MS-Kranker ausdrücklich, bat sie, bei der Stange zu bleiben und überreichte Heidelinde Bundermann stellvertretend für alle Frauen im Strickkreis einen Blumenstrauß.

Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch sprach von einem besonderen Jahrestag, denn der Strickkreis zeichne sich durch Engagement und Kreativität aus. Die Strickerinnen gehörten zu den vielen Selberinnen und Selbern, die die Stadt lebens- und liebenswert machten, denn ihr Einsatz für Mitmenschen sei nicht selbstverständlich. Nach seinen Worten gibt es in Selb rund 130 Vereine, sodass sich nahezu jeder dritte Selber in einem Verein ehrenamtlich engagiere. „Das macht Selb zu einer bunten und souveränen Stadt, in der mehr als 60 Nationen friedlich zusammenleben. Alle stehen füreinander ein, so wie der Strickkreis, der anderen Menschen mit Spenden hilft.“

Für einen schönen Nachmittag

Ein besonderer Dank des Oberbürgermeisters galt Heidelinde Bundermann, die die Idee hatte und bewährte Arbeit in Selbsthilfegruppe und Strickkreis leiste. Zum Dank überreichte er ein Geldgeschenk, mit dem sich die Frauen einen schönen Nachmittag machen sollen.

Mit bewegten Worten dankte auch Martina Ruppel, die dem Strickkreis seit fünf Jahren angehört, Heidelinde Bundermann und allen Frauen „für die wunderbare Gemeinschaft“. Auch wenn das Stricken etlichen inzwischen Mühe bereite und sie aus gesundheitlichen Gründen im Jahr nun noch ein Paar Socken schafften, „so seid ihr in unserer Gruppe fest verwurzelt. Wir freuen uns über alle, die dabei sind und uns unterstützen.“

 

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