Schauenstein Kanäle brauchen teils Sofortmaßnahmen

Sandra Hüttner
Im Schauensteiner Untergrund sieht es alles andere als gut aus. Foto: Pixabay

Der Zustand der unterirdischen Infrastruktur Schauensteins ist besorgniserregend. Davon berichtete ein Experte im Stadtrat.

In Schauenstein hat sich ein Sanierungsstau bei den Abwasserkanälen entwickelt. Das erläuterte Martin Wunder vom Fränkischen Umweltdienst, zuständig für die Kamerabefahrung, in der jüngsten Sitzung des Stadtrats.

Die Stadt Schauenstein hat ihre unterirdische Infrastruktur demnach über Jahrzehnte vernachlässigt, insbesondere das Kanalsystem, das als marode bezeichnet werden muss. Bürgermeister Florian Schaller (CSU) berichtete, dass eine Generalsanierung dringend sei. In den vergangenen 15 Jahren habe die Stadt nur einige wichtige größere Projekte umgesetzt wie den Bau des Regenüberlaufbeckens am Selbitztal-Radweg, den Bau eines Stauraumkanals in Neudorf sowie den Anschluss von Haidengrün und Haueisen an den Selbitztal-Sammler.

Wunder erinnerte daran, dass man seit drei Jahren in Schauenstein tätig sei, sich weitere drei Jahre anschließen werden. „Es gibt einige Baustellen, die man angehen muss“, betonte Wunder und erinnerte an den ersten Kontakt mit dem städtischen Bauamt bezüglich der Pläne für das Kanalnetz. „Der zur Verfügung gestellte erste Plan für eine Kamerabefahrung trug noch das kaiserliche Wappen“, informierte Wunder, was Lachen im Gremium hervorrief.

Dabei ist die Situation wohl mehr als ernst. Wunder erläuterte, dass nun ein Ingenieurbüro vorgeschalten sei, um Pläne für das Kanalnetz zu erstellen, die gezielte Befahrungen ermöglichen. „Es gilt festzustellen, in welchem Zustand die Abwasserleitungen und welche Kanaldimensionen vorhanden sind. Die können nicht stimmig sein, da die vorhandenen Pläne sich auf den Stadtkern beziehen, aber mit den Jahren bauliche Erweiterungen folgten.“

Es seien Sofortmaßnahmen nötig, da an einigen Punkten Einsturzgefahr bestehe, zumindest aber Absenkungen im Straßenbereich zu befürchten seien. Als Beispiel nannte er den Windischengrüner Weg: Es läuft bei einem Anwesen Wasser ans Haus, was auch auf einen undichten Abwasserkanal zurückzuführen ist. Wunder spricht von einem Kanal im „Zickzack-Muster“ mit zahlreichen Winkeln und Verwurzelungen. Oberhalb des Rathauses seien Gas- und Wasserleitung quer durch den Kanal geschossen worden.

Wunder regt an, im Zuge der geplanten Baumaßnahmen in der Bahnhofstraße über ein getrenntes Abwassersystem von Regen- und Oberflächen- sowie Schmutzwasser nachzudenken. Wunder appellierte, bei anstehenden Baumaßnahmen die Anwohner mit ins Boot zu holen.

Ulla Tögel (ÜWG) sieht bei der Umsetzung eines Trennsystems in der Praxis Schwierigkeiten auf die Stadt zukommen. Sie sieht etwa rechtliche Probleme auf der Grundlage der Abwassersatzung. „Auf der anderen Seite nimmt das Regenwasser einen anderen Stellenwert ein und die Nutzung wird attraktiver.“ Wunder riet zu einer längerfristigen Planung – einhergehend mit Erläuterungen über die Notwendigkeit und dem Aufzeigen der Vorteile für die Bevölkerung. Bürgermeister Florian Schaller betonte, dass es für die Einführung eines Trennsystems in aktueller Sitzung noch keinen Beschluss geben werde.

 

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