Schauenstein Turnhallen-Sanierung wird deutlich teurer

Timo Schmidt
So könnte die Turnhalle an der Schauensteiner Grundschule nach der Sanierung aussehen. Foto:  

Das Architekturbüro präsentiert dem Schauensteiner Stadtrat die ersten Pläne für die Schulturn­halle und ihren Anbau. Die explodierenden Materialpreise am Bau schlagen heftig zu Buche.

Für die Generalsanierung der Turnhalle an der Schauensteiner Verbandsgrundschule waren ursprünglich etwa zwei Millionen Euro veranschlagt. Dabei wird es aber wohl wegen der Preisexplosion in der Baubranche nicht bleiben, erklärte Renee Lorenz vom Architekturbüro [lu:p] am Montagabend dem Schauensteiner Stadtrat. „Wir mussten da realistischer rangehen.“ So mussten die veranschlagten Materialkosten auf Bitten der Regierung pauschal um 30 Prozent angehoben werden.

Wie Bürgermeister Schaller auf Anfrage aus dem Gremium erklärte, steigen die Fördermittel der Regierung nach derzeitigem Stand aber nicht im gleichen Maß. „Da sind wir gerade noch am Verhandeln.“

Die aktuell laufenden Sanierungsarbeiten am ersten der beiden Schulgebäude liefen glücklicherweise „reibungslos“, wie Lorenz und Schauensteins Bürgermeister Florian Schaller (CSU) der Versammlung mitteilten. Die Gesamtkosten für die Sanierung der Schule und der Turnhalle sind im Moment auf rund zehn Millionen veranschlagt. Welchen Anteil an dieser Summe die Stadt zahlen muss, ist noch unklar.

Wie die spätere generalsanierte Turnhalle einmal aussehen könnte, zeigte Lorenz am Montagabend dem Stadtrat mit ersten Grundrissen und Entwürfen. Neben der Halle soll ein Neubau entstehen, wo Umkleiden, Technik- und Geräteräume untergebracht werden. Beide Gebäude sollen ein Flachdach erhalten, wobei das des Neubaus niedriger als das Dach der Turnhalle ausfallen wird. An einem Ende der Halle soll eine Bühne integriert sein, die aber nicht so hoch werden solle wie die jetzige, erklärte Lorenz. Eine Polsterung vor der Bühne soll verhindern, dass sich Kinder im Sportunterricht verletzen. Das sei eine gesetzliche Vorschrift, erklärte der Architekt. Die Polsterung könne auch leicht wieder entfernt werden.

Zweite Bürgermeisterin Susanne Köhler (CSU) fragte den Architekten, ob man theoretisch über dem Neubau für die Umkleiden noch ein Stockwerk für weitere Klassenzimmer errichten könnte. „Nicht dass wir uns später vorwerfen lassen müssen, wir hätten damals nicht daran gedacht.“ Für ein weiteres Stockwerk sei die Statik des Neubaus aber nicht ausgelegt, antwortete Architekt Renee Lorenz. Bürgermeister Florian Schaller gab zu bedenken, dass in Zukunft wohl eher ein Lehrer- als ein Platzmangel an der Grundschule eine Rolle spielen werde.

Stadtrat Martin Günther (CSU) sorgte sich darum, ob die Doppeltüren an der Turnhalle Richtung Innenhof zu weit von der Straße entfernt seien. „Wenn zum Beispiel Bands ihre Ausrüstung auf die Bühne bringen wollen, wäre es gut, wenn sie es nicht so weit schleppen müssten.“ Florian Schaller konnte beruhigen: Der Weg zu den Türen werde befahrbar sein. Renee Lorenz merkte an, im Zweifel sollte man mit den Grünflächen-Verantwortlichen sprechen, damit der Weg im Innenhof nicht von der Bepflanzung versperrt werde.

Nichtsdestotrotz wünschte sich der Stadtrat eine weitere Zugangsmöglichkeit in die Halle, bestenfalls in der Nähe der Bühne. Eine Tür an der Wand im Bühnenraum in Richtung Schulstraße einzufügen, sei im Prinzip möglich, meinte Lorenz. „Das würde auch die Feuerwehr freuen, wenn da noch eine zusätzliche Fluchtmöglichkeit besteht.“

An anderer Stelle war der Architekt weniger optimistisch. Susanne Köhler fragte, ob über ein Fenster zwischen dem Foyer der Turnhalle und der Küche im Schulgebäude zukünftig auch ein Pausenverkauf möglich sein könnte. Das sei wegen des Höhenunterschieds zwischen Schulküche und Foyer schwierig, erwiderte Lorenz.

Wenn es nach dem Willen von Bürgermeister Schaller und Architekt Lorenz geht, soll in den Sommerferien auch der Teilabriss der 50 Jahre alten Schulturnhalle starten. Also dann, wenn auch die Arbeiten am nebenstehenden Schulgebäude beginnen sollen. Die Ausschreibungen für den Teilabriss wären so weit fertig, berichtete Schaller. „Aktuell warten wir aber noch auf das Okay von der Regierung Oberfranken.“

 

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