Schirnding Abriss vor Wohnungsneubau

Die Bauvereinhäuser an der Ringstraße werden abgerissen. Foto: Herbert Scharf

Der Markt Schirnding reißt marode Häuser des Bauvereins in der Ringstraße ab. Dort soll neuer und moderner Wohnraum entstehen.

Schirnding - Die Marktgemeinde Schirnding hat die Abrissarbeiten für die Wohnhäuser Ringstraße 12 bis 20 vergeben. In der Sitzung am Donnerstag gab Bürgermeisterin Karin Fleischer bekannt, dass der Auftrag an das Ergoldsbacher Abrissunternehmen Maier GmbH zum Angebotspreis von 283 000 Euro vergeben worden ist.

Die 44 Wohnungen in den alten Häusern der Baugenossenschaft waren ohnehin nicht einmal mehr zur Hälfte besetzt. Der Zahn der Zeit hatte den Gebäuden aus den 60erJahren schon zugesetzt. Und vor allem im Innenausbau waren die Wohnungen nicht mehr zeitgemäß. Teils noch mit Ölöfen oder Badeöfen ausgestattet, fanden sich ohnehin keine Mieter mehr, die hier einziehen wollten.

Ideenfindung bei Veranstaltung

So erwarb die Kommune die Anwesen Ringstraße 12 bis 20 schon mit dem Ziel, die Gebäude abzureißen. Bei einer Veranstaltung der Obersten Baubehörde in München hatte Bürgermeisterin Karin Fleischer erfahren, wie aus alten Leerständen neuer Wohnraum geschaffen werden könnte. Ein Architekturbüro aus Schweinfurt erstellte eine Machbarkeitsstudie, die auch gleichzeitig den Weg für die nächsten Schritte vorgab. Gefördert werden der Abbruch und die Planungen von der Förderoffensive Nordostbayern.

Eigentlich hätten die Abrissarbeiten schon im vergangenen Jahr durchgeführt werden sollen. Weil ein Trafohäuschen noch im Weg war, musste die Maßnahme verschoben werden. Die Bürgermeisterin rechnet nun damit, dass der Abriss nach dem Vergabebeschluss in den nächsten Wochen vonstatten gehen kann.

Übergangsweise Platzgestaltung

Bis zum Bau der Häuser soll der Platz übergangsweise gestaltet werden. „Unser Ziel ist es, dort neue und moderne Wohnungen zu bauen“, sagte Karin Fleischer. Hier hofft man auch auf einen Investor, der in Schirnding baut.

Denn in Schirnding gibt es noch einige Leerstände. Kein Wunder, hat der Markt, der einst schon um die 2000 Einwohner gezählt hat, mit der Grenzöffnung rund 500 Arbeitsplätze verloren. Ob es nun die Polizeistation, der Zoll, Niederlassungen der Fuhrunternehmen oder andere Geschäfte waren, die Beschäftigten folgten ihrer neuen Arbeitsstelle, junge Leute fanden keine Arbeit mehr und zogen weg. Heute hat der Ort noch rund 1160 Einwohner.

Damit verlor der Markt auch Einnahmen aus der Gewerbe- und Einkommensteuer, was sich im Haushalt niederschlägt. Dabei hat die Marktgemeinde noch weitere Großbaustellen. So entsteht derzeit neben dem Rathaus in einem einstigen Leerstand für rund 4,2 Millionen Euro ein neues Gemeindezentrum. Corona hat zwar die Baumaßnahmen etwas verzögert, doch in den ehemaligen Bauernhof im Ortskern soll bald neues Leben einkehren. Neben Gemeinschaftsräumen werden hier unter anderem Gemeindeeinrichtungen, die Musikschule und das Grenzmuseum untergebracht.

Weitere Baustellen in der Gemeinde

Dann gibt es noch weitere bauliche Miss- und Leerstände, die die Kommune fordern. So stehen auch in der Hauptstraße und am Kirchberg Abrisse und Neugestaltungen an.

Ebenfalls in nichtöffentlicher Sitzung vergeben wurden die Sanierungsarbeiten rund um die Schule. Das Gebäude selber wurde bereits trockengelegt, jetzt geht es an die Neugestaltung des Schulhofes. Parkplätze werden verlegt, der Schulhof soll neu gepflastert und gestaltet werden. Der Auftrag geht zum Angebotspreis von 274 000 Euro an die Thiersheimer Baufirma Kropf.

Herzliche Glückwünsche gab es zum Abschluss der öffentlichen Sitzung – die wieder in der Gemeindehalle stattfand – von der Bürgermeisterin, aber auch von den Fraktionen für das älteste Mitglied des Marktgemeinderats, Günter Völkl. Der hatte vor Kurzem seinen 70. Geburtstag gefeiert. Er bekam einen Geschenkkorb überreicht.

 

Bilder