Schlossfestspiele Thurnau Wunderübung mit viel Wortwitz

Rainer Unger
Wolfgang Krebs freut sich auf die 7. Schlossfestspiele Thurnau. Foto: Rainer Unger

Zur mittlerweile siebten Auflage der Schlossfestspielen lädt Wolfgang Krebs vom 5. bis zum 14. August nach Thurnau ein. Im unteren Schlosshof wird die Komödie „Die Wunderübung“ von Daniel Glattauer an insgesamt sechs Abenden gespielt. Regie bei dem Stück hat Petra Wintersteller, die künstlerische Leitung liegt in den Händen von Wolfgang Krebs.

Nach zwei Jahren Zwangspause finden endlich wieder die bei den Theaterfreunden sehr beliebten Schlossfestspiele statt. Wolfgang Krebs hat dafür „Die Wunderübung“ ausgesucht, in der es um Beziehungsprobleme in einer Ehe geht.

Diese „fulminante und gleichzeitig berührende Komödie“ wurde laut Wolfgang Krebs 2015 am Wiener Theater in der Josefstadt uraufgeführt. „Ich bin mir sicher, jeder entdeckt sich in dem Stück wieder. Viele der Probleme kennt man ja, sie werden von Glattauer halt überspitzt dargestellt. Es ist aber immer ein Stück Wahrheit mit dabei. Der Autor zeigt uns den Spiegel auf und stellt unsere Beziehungsprobleme heraus, die ja zwangsweise alle haben. Und natürlich gibt es wie bei jeder guten Komödie ein happy-end und die Therapeutin, die sich am Anfang die Zähne ausbeißt, findet irgendwann eine Wunderübung“, verrät Wolfgang Krebs vorab.

Er freut sich, dass Petra Wintersteller bereits zum siebten Mal in Thurnau auf der Bühne steht und zudem zum dritten Mal Regie führt. Sie hat seit Anfang des Jahrtausends zahlreiche Engagements insbesondere in Theatern in München und ist auch bei den Besuchern des Schlosstheaters ein gern gesehener Gast.

Umplanung erforderlich

Mit einem großen Problem war Wolfgang Krebs urplötzlich Anfang Juli konfrontiert, als Stephan Menzel-Gehrke aus familiären Gründen absagen musste. „Auf die Schnelle einen qualitativ gleichwertigen Ersatz zu finden, ist fast unmöglich“, verdeutlicht der Theaterleiter, da die meisten Schauspieler anderweitig besetzt sind. Doch wie der Zufall so spielt, war es so, dass Petra Wintersteller mit Petra Auer-Frey befreundet ist und wusste, dass sie aktuell Zeit hat. Sie hat sie angerufen und diese war sofort Feuer und Flamme.

Petra Auer-Frey ist wohl vielen aus zahlreichen Fernseh-Produktionen wie „Forsthaus Falkenau“, „Dahoam is Dahoam“ oder „Die Rosenheim-Cops“ bekannt. Zudem ist sie regelmäßig am Münchner Volkstheater beschäftigt.

Für Wolfgang Krebs ist sie zudem ein Profi, der einen Text innerhalb einer Woche in den Kopf bekommt. Und natürlich freut es ihn, durch diese nötige Neubesetzung einen Fernsehstar nach Thurnau bekommen zu haben. Dass die Proben eine Woche später beginnen, bereitet dem Trio auch keine schlaflosen Nächte. „Natürlich muss man für das Stück nun einige Sachen ändern, da aus dem Therapeuten nun eine Therapeutin geworden ist, aber das sind nur Kleinigkeiten“, unterrichtet Wolfgang Krebs.

Leider muss durch die Umbesetzung die Aufführung am 13. August ausfallen, Wolfgang Krebs hat die Leute, die bereits Karten gekauft hatten, aber schon unterrichtet.

Zerstrittenes Ehepaar

Petra Wintersteller und Wolfgang Krebs spielen in dem Stück ein total zerstrittenes Ehepaar, das sich nach 14 Ehejahren scheinbar vollkommen auseinander gelebt hat. „Die Geschichte ist aus dem Leben gegriffen, die Dialoge sind sehr spitzfindig, treffend und enthalten viel Wortwitz. Der Zuhörer fühlt mit den beiden mit und erkennt sich in der einen oder anderen Situation“, erläutert Wolfgang Krebs. „Es geht um die Liebe, die als ein zartes Pflänzchen immer wieder gegossen werden muss, sonst verwelkt sie. Zu sagen ‚Wir haben uns auseinander gelebt‘ ist für mich zu einfach. Die Therapeutin bringt beide dazu, dass sie dies erkennen“, führt Wolfgang Krebs aus.

Petra Wintersteller freut sich auf die Zusammenarbeit mit ihren Kollegen. Durch die Umbesetzung erfährt das Stück für sie eine andere, interessante Dynamik. Als Regisseurin ist sie stets froh, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die gut zur Rolle passen, was bei Wolfgang Krebs und Petra Auer-Frey der Fall ist. Sie legt Wert auf ein gutes Miteinander des gesamten Teams und freut sich, wenn die Schauspieler eigene Ideen mit einbringen: „Sie müssen sich wohl fühlen, eine gute Zeit haben. Unser Job bringt so viele Entbehrungen mit sich, dass man alles dafür tun sollte, dass man während der Arbeit und der Proben Spaß hat“, verdeutlicht sie. „Ganz besonders freue ich mich auf die Schlossfestspiele und auch auf Thurnau. Beides stellt für mich etwas ganz Spezielles dar“, lobt sie.

Bei Regen findet die Aufführung im sanierten Saal des Instituts für fränkische Landesgeschichte statt. Da er nur für 80 Personen Platz bietet, können im Vorfeld auch nicht mehr Karten reserviert werden. Bei den Veranstaltungen im unteren Schlosshof stehen 50 weitere Plätze zur Verfügung, für die Tickets an der Abendkasse gelöst werden können.


Die Termine: 5., 6., 11. und 12. August, jeweils um 20 Uhr; 7. und 14. August, jeweils um 19 Uhr.

Kartenreservierungen unter Telefon 0 92 03/9 73 86 80 oder per Mail an info@schlosstheater-thurnau.de.

Weitere Infos unter www.schlosstheater-thurnau.de.

 

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