Schlottenhof Predigt über Glauben und Bier

Christl Schemm
Jetzt kann es mit Gottes Segen, den die Geistlichen Stefan Prunhuber und Carsten Friedel (von rechts) erbaten, richtig losgehen. Bürgermeister Stefan Göcking (Siebter von rechts) und der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Erwin Scherer (Fünfter von links), übergaben das neue Schlottenhofer Brau- und Backhaus an diejenigen, die dort künftig aktiv sein werden. Foto: /Christl Schemm

Bei der Einweihung des neuen Schlottenhofer Brau- und Backhauses bringt Pfarrer Carsten Friedel Alltägliches mit Spiritualität zusammen. Er und sein katholischer Kollege Stefan Prunhuber erbitten den Segen für das Haus.

Was haben München und Schlottenhof gemeinsam? In beiden Orten wird Bier gebraut. Während am Samstagvormittag Pferdegespanne, Blaskapellen, Trachtengruppen, Brauereibesitzer und viel Prominenz im Festzug der Theresienwiese zur Eröffnung des Oktoberfests zustrebten, feierte die Dorfgemeinschaft in dem Arzberger Stadtteil die Einweihung ihres neuen Brau- und Backhauses. Dass auch Glaube und Bier ziemlich viel gemeinsam haben, das schilderte Pfarrer Carsten Friedel in seiner Predigt zur Einweihung auf amüsante Weise.

Jesus habe in seinen Worten immer wieder Dinge des täglichen Lebens aufgenommen, um seine Gedanken zu transportieren. Unter anderem dann, wenn er von der Saat, die aufgeht, sprach. „Was wäre, wenn Jesus sich jetzt unter uns mischen würde?“, fragte der Geistliche. Jesus würde laut der Idee Friedels entdecken, dass Menschen zum Beispiel gerne Bier mögen.

Kraft und Macht

„Seht, Ihr Leute von Schlottenhof! Ich sage euch, mit dem Glauben ist es wie mit einem frisch gezapften Glas Bier“, könnte Jesus nach dem fiktiven Bild des evangelischen Pfarrers vielleicht sagen. Das Bier sei malzig, das Getreide gebe Kraft, so wie dies auch beim Glauben der Fall sei. Wie ein Schluck Bier an einem heißen Sommertag stille auch der Glaube Durst. Der Alkohol könne in der Psyche des Menschen etwas Neues erschaffen, wie auch der Glaube die Macht habe, das Leben zu verändern. Doch gelte die Warnung, mit dem Alkohol verantwortungsbewusst umzugehen. Denn statt innerer Ruhe könne Aggressivität entstehen, ähnlich wie aus übersteigertem Glauben Intoleranz und Stolz erwachsen könnten.

Zur Erinnerung an die Einweihung übergab Pfarrer Friedel, der zusammen mit seinem katholischen Kollegen Stefan Prunhuber den Segen für das Brau- und Backhaus erbat, an den Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft, Erwin Scherer, ein Holzkreuz. Der wiederum überreichte als Dank für aufopfernde Mitarbeit beim Bau an Helmut Mayer einen Präsentkorb, und zwar mit dem Versprechen, dass Mayer 100 „Seidla“ Wastl-Bier gratis bekommen werde. Auch bei Markus Bauer und der Metzgerei Scherer, in deren Räumen zwölf Jahre lang der Teig für das Brot vorbereitet worden sei, bedankte sich der Vorsitzende ausdrücklich.

Große Außenwirkung

In Schlottenhof sei eine kleine Dorfbrauerei mit großer Außenwirkung entstanden, lobte Bürgermeister Stefan Göcking. Auch er bedankte sich bei der Feier, die der Posaunenchor und die Böllerschützen umrahmten, bei allen Helfern und Unterstützern.

Nun können die Braumeisterin Tanja Fischer und ihr Kollege Tobias Schraml auch mit Gottes Segen an Sudpfanne und Läuterbottich richtig loslegen und mehrmals im Jahr zu besonderen Anlässen das Schlottenhofer Wastl-Bier brauen. Das konnten die Gäste beim Dorffest nach der Einweihung ausgiebig genießen.

 

Bilder