Schneekunst Homeschooling hat viele Gesichter

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Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums schaffen Kunstwerke aus Schnee. Die Skulpturen sind Teil eines Wettbewerbs. 140 Figuren vom Drachen bis zum Wal zieren Gärten rund um Marktredwitz.

Marktredwitz - Das Rätsel der vielen wunderbaren Schneekunstwerke rund um Marktredwitz kann gelöst werden. Sie sind das Produkt eines besonderen Homeschoolings des Otto-Hahn-Gymnasiums.

„In Zeiten von Distanzunterricht und Videokonferenzen ist Abwechslung die beste Motivation“, heißt es in einer Pressemitteilung des Gymnasiums. Auch Lehrer von Nebenfächern, wie beispielsweise Kunsterziehung, versuchten am OHG Marktredwitz mit den Möglichkeiten des jeweiligen häuslichen Umfeldes abwechslungsreichen Unterricht zu gestalten. Doch welche Materialien hat jeder zu Hause zur Verfügung, ohne dass das Projekt wieder mit einem Einkauf beginnen muss? Anfang dieses Jahres sei die Antwort einfach: „Schnee! Davon haben wir gerade genug.“

Fest in den Lehrplänen der bayerischen Gymnasien verwurzelt seien plastische Verfahrensweisen, figuratives Modellieren, dreidimensionale Techniken und architektonisches Formen. Gerade in den unteren Klassen komme noch die Förderung der Fantasie hinzu.

Nur kein Schneemann!

In diesem Sinne hat Studienreferendarin Sophia Sandler unter dem Titel „Schneemann? Schnee von gestern!“ ihre Klassen – die Jahrgangsstufen fünf bis acht – zu einem Schneeskulpturen-Wettbewerb aufgerufen: „Zieht euch warm an, mit dicken Handschuhen, Mütze und Schal, kommt heraus aus euren Buden und baut die besten Schneeskulpturen, die das Fichtelgebirge je gesehen hat! Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, alles ist möglich – nur kein Schneemann!“

Rund 140 kreative Arbeiten sind in und um Marktredwitz entstanden, vom niedlichen Schneekaninchen bis hin zum Drachen von mehreren Metern Größe war alles dabei. Während in manchen Gärten polare Schnee-Eisbären, Robben und Pinguine Einzug hielten, konnte man anderorts sogar auf Kängurus und Kamele treffen. Auch Wesen aus der Tiefe der Meere, von Haien über Wale bis hin zu Riesenschildkröten und einem naturgetreuen Oktopus waren dabei.

Andere erweiterten das Feld durch Figuren aus Film und Kult (beispielsweise Minion, Snoopy oder Baby Yoda) oder bauten verschiedenste Objekte: Gitarre, Lokomotive und architektonische Gebilde – von einer Ziegelmauer aus Schnee bis zur stattlichen altägyptischen Pyramide.

Magische Kugeln

Und wieder andere schließlich nahmen die Aufgabe als Anlass zu experimentieren: Auf unterschiedliche Weise gelang es den Schülern und Schülerinnen, Schnee einzufärben; mit Lebensmittel- und Wasserfarbe, Sand und Steinen. Daraus entstanden magische Kugeln, verwunschene Landschaften und abstrakte Schneemalereien.

Auch die Oberstufenschüler von Oberstudienrätin Eva Konz mussten in die winterliche Kälte hinaus. Schwerpunkt der elften Jahrgangsstufe ist die Darstellung des menschlichen Körpers. So durfte das „Additum Kunst“ Schneemenschen oder Schneegesichter gestalten. Wer zu verfroren für diese Variante war, wich auf Teig – Back- oder Salzteig – aus und musste mit dessen Tücken kämpfen.

Kreativität und Fantasie wurde auch von den Teilnehmern des Profilfachs Fotografie verlangt. Sie wurden aufgefordert, experimentell an das Thema Schnee heranzugehen. So entstanden zahlreiche ästhetische oder auch verrückte Schnappschüsse im Laufe der letzten Wochen.

Doch wie geht es weiter mit dem Kunstunterricht im Homeschooling? „Mal sehen, was sich alles mit Nudeln, Streichhölzern, Büroklammern und Chips machen lässt!“, kündigen die Lehrerinnen Sophia Sandler und Eva Konz an. red

 

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