Schnell gelaufen LG-Staffel ist das Maß der Dinge

Florian Spieler
Die starke Mannschaft der LG Hof in Fürth (von links): Trainer Hans Jürgen Geißer, Tim Rammensee, Luisa Thüroff, Leni Leickert, Eni Kuske, Jasmin Schrenk, Florian Spieler und der sportliche Leiter der LG Hof, Udo Jahreiß. Foto: /Verein

Bei den Nordbayerischen Hallenmeisterschaften in der Leichtathletik in Fürth schaffen es alle Athleten der LG Hof aufs Siegertreppchen – vier davon sogar nach ganz oben.

Udo Jahreiß, sportlicher Leiter der LG Hof, bewies genau den richtigen Riecher, als er sich die diesjährigen Nordbayerischen Hallenmeisterschaften in Fürth aussuchte, um den positiven Wettkampftrend der LG Hof wieder einmal live vor Ort mitzuerleben. Das komplette Team aus Hochfranken verkaufte sich hervorragend.

Dabei sollte der Tag mit gemischten Gefühlen beginnen. Leni Leickert (ZV Feilitzsch) startete zu Beginn mit leichten Magenbeschwerden über 60 Meter und blieb deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Auch bei Jasmin Schrenk (TSV Hof) verlief die kurze Sprintdistanz noch nicht mit dem richtigen Gefühl für den blauen Tartan in der Fürther Leichtathletikhalle.

Deutlich besser präsentierten sich dann Eni Kuske (IfL Hof) und Tim Rammensee (TSV Hof). Kuske schraubte ihre persönliche Bestleistung, die sie erst vor Wochenfrist auf 8,33 Sekunden gesteigert hatte, in eine neue Sphäre von 8,26 Sekunden und wurde starke Vierte. Tim Rammensee (TSV Hof) zeigt sich nach längerer Krankheit wieder deutlich auf dem sportlichen Weg der Besserung. Er unterbot ebenfalls seine Bestleitung, die auch er in Erfurt aufgestellt hatte, um sechs Hundertstel Sekunden und kam mit elektronisch gemessenen 7,56 Sekunden auf einen sechsten Gesamtrang.

Luisa Thüroff (TSV Hof), die junge Frau für die mittleren Sprintdistanzen, kehrte in Fürth ins Wettkampfgeschehen über 200 Meter zurück – mit Bestleistung. 29,29 Sekunden bedeuteten im starken Feld der nordbayerischen U18-Sprinterinnen am Ende den achten Gesamtrang. Das nächste Ziel stellt für sie die 29-Sekunden-Grenze dar, welche sie wahrscheinlich schneller unterbieten wird, als gedacht.

Im Wettkampfgeschehen in Fürth stand folgend der Weitsprung auf dem Programm: Und hier vollbrachte der noch aktive Weitsprungtrainer der LG Hof, Florian Spieler (TSV Hof), ein nicht erwartetes Kunststück. Exakt 20 Jahre nach Bronze im Weitsprung, damals mit 6,13 Metern, landete der heute 38-jährige nach einer starken Serie im letzten Versuch bei 6,20 Metern und schaffte es wieder auf Siegerpodest – auch diesmal mit Bronze. Und das, obwohl er während seines Wettkampfs, der zeitgleich mit denen von Tim Rammensee, Eni Kuske und Jasmin Schrenk stattfand, die meiste Zeit damit beschäftigt war, nach seinen eigenen Sprüngen wieder zur Grube zu laufen, um dann seine Schützlinge zu coachen. Diese Doppelbelastung wurde schließlich am Nachmittag von Fürth von Erfolg gekrönt. Jasmin Schrenk landete nur fünf Zentimeter hinter ihrer persönlichen Bestleistung, Tim Rammensee setzte den positiven Trend fort und kam, ebenso wie sein Trainer, mit Saisonbestleistung auf den Bronzerang und Eni Kuske kletterte sogar noch ein Treppchen weiter nach oben. 5,19 Meter bedeuteten für sie neue persönliche Bestleistung und Silber.

LG-Staffel läuft allen davon

Dennoch wollte sich auch danach im Team noch nicht wirklich Hochstimmung einstellen, denn jetzt stand noch die große Unbekannte auf dem Programm – die 4x200 Meter Staffel der weiblichen Jugend in der U18. Luisa Thüroff, Jasmin Schrenk, Leni Leickert und Eni Kuske standen vor dem Start ein bisschen verloren im Ziel. Nach dem langen Wettkampftag jetzt nochmals eine ganze Runde und dies auch noch mit dem Staffelstab in der Hand. Sprinttrainer Hans-Jürgen Geißer kam immer wieder zur mentalen Unterstützung, da sich der Start, wegen eines medizinischen Notfalls in der Halle verzögerte. Doch dann ging es los – und wie. Flankiert von den begleitenden Trainern am Rande der Rundbahn, lieferten die vier jungen LG-Damen ein Meisterstück ab. Luisa Thüroff eröffnete als Startläuferin das Rennen so überragend, dass der Vorsprung auf die Konkurrenz aus Münnerstadt bereits beim ersten Wechsel beachtlich war. Doch der Spannung tat das keinen Abbruch. Jasmin Schrenk musste nun den Stab durch die Kurve tragen, bevor sie dann auf die Innenbahn ziehen durfte, um schnellen Schrittes auf ihre Mannschaftskollegin Leni Leickert zu wechseln. Die zeigte eindrucksvoll, dass ihre gesundheitlichen Probleme überstanden waren. Mit gut 50 Metern Vorsprung wechselte sie auf die Schlussläuferin, Eni Kuske. Auch die zog unwiderstehlich um das schon leicht dunkle Fürther Rund, sodass die Zeit bei fantastischen 1:54,31 Minuten stehen blieb. Damit bringt sich die Staffel der LG Hof für die Bayerischen Meisterschaften im Februar nominell in eine gute Ausgangsposition. Im Ziel gab es dann kein Halten mehr, auch nicht beim sportlichen Leiter, Udo Jahreiß.

 

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