Schönwald Ab 2026 braucht der Kinderhort 80 Plätze

Wenn der Rechtsanspruch auf einen Ganztagesplatz kommt, müssen die Räume in der Schönwalder Schule, die derzeit etwa 60 Kindern Platz bieten, erweitert werden. Einen anderen Standort will keiner der Beteiligten.

Im September begrüßt der Kinderhort „Sonnenschein“ in Schönwald seine Neuzugänge. Foto: /Florian Miedl

Mit den Bürgerinnen und Bürgern von morgen beschäftigt sich nach Aufforderung durch das Landratsamt Wunsiedel derzeit die Stadtverwaltung von Schönwald: Sie ermittelt und kalkuliert die Bedarfszahlen für den Kinderhort „Sonnenschein“ in den Räumen der Schule. In ihrer jüngsten Sitzung haben die Stadträtinnen und Stadträte diese Aufstellung zur Kenntnis genommen und mit zwei Auflagen an die Verwaltung beschlossen.

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Elternumfrage für Bedarfszahlen

Demnach soll bis spätestens Ende des Jahres 2023 eine erneute Elternumfrage stattfinden, um genauere Bedarfszahlen zu ermitteln. Außerdem sollen sich die Mitarbeiter der Stadtverwaltung in Absprache mit der Schulleitung und den weiteren damit befassten Stellen Gedanken darüber machen, wie die vermutlich gestiegene Zahl an Kindern langfristig in den Räumen der Schule untergebracht werden kann, wenn ab 2026 jedes Kind einen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung hat und man bis zu 98 Schüler in der Grundschule erwartet.

Im Einzelnen hatte Bürgermeister Klaus Jaschke für die Stadtverwaltung zunächst dargelegt, dass von den derzeit genehmigten 60 Hortplätzen aktuell 57 belegt seien. Ab 1. September würden voraussichtlich acht Kinder den Hort verlassen und 15 neue hinzukommen. Angesichts dieses Zuwachses von unter dem Strich sieben Kindern hatte der Träger – die evangelische Kirche – für die Zeit vom 1. September 2022 bis 31. August 2023 eine mittelfristige Erweiterung der Betriebserlaubnis auf 65 Plätze beantragt und genehmigt bekommen.

Melanie Schwießelmann, die Leiterin des Kinderhortes „Sonnenschein“, habe die Zahl 65 Hortplätze für das Jahr ab dem 1. September 2022 als ausreichend bestätigt. Ab 2026 hält sie einen Bedarf von 80 Plätzen für realistisch, doch auch sie befürwortet eine nochmalige Elternumfrage.

Deutlicher Anstieg der Belegungszahlen

Die Statistik weist seit dem Jahr 2017 einen deutlichen Anstieg der Belegungszahlen aus von 33 Plätzen vor fünf Jahren auf 57 aktuell und 65 im kommenden Jahr. Schönwald hat eine durchschnittliche Geburtenzahl von 24 Kinder pro Jahr; bis Ende Mai 2022 wurden in der Stadt bislang elf Schönwalderinnen und Schönwalder geboren. Die Schülerzahlen an der Grundschule dagegen sind laut Statistik seit 2017 leicht rückläufig: von 102 (2017) auf 91 (2022); für 2023 werden 98 Schülerinnen und Schüler erwartet.

Die Verwaltung verweist in diesem Zusammenhang außerdem auf die Erschließung des neuen Baugebietes Böttgerstraße, in dem 30 Bauplätze entstehen und wo mit dem Zuzug junger Familien gerechnet wird. Pro Einfamilienhaus setzt die Statistik bei der Erschließung von neuen Wohngebieten 1,2 Kinder an.

Darüber hinaus, so die Verwaltung weiter, verändere sich das Nutzungsverhalten von Horten, damit steige der Betreuungsbedarf jährlich um circa drei Prozent. Die Regierung von Oberfranken erwarte, dass künftig über 80 Prozent der Schulkinder einen Hortplatz in Anspruch nehmen. Nicht zuletzt werde die Nachfrage nach Hortplätzen vielleicht noch steigen, wenn 2026 ein Rechtsanspruch auf eine Ganztagesbetreuung bestehe und diese Plätze ähnlich wie die Kitaplätze möglicherweise bezuschusst würden.

Kinderhort weiterhin im Schulgebäude

Was den erhöhten Platzbedarf bei einer steigenden Zahl an Hortplätzen angeht, sind sich Hortleitung, Schulleitung und Stadtverwaltung einig, dass der Kinderhort auch weiterhin im Schulgebäude am Doetsch-Werner-Platz untergebracht sein sollte. Nun gelte es zu überlegen und zu planen, wie dieses Ziel unter den räumlichen Gegebenheiten erricht werden kann.

Auf die Bedeutung dieses letzten Punktes der Unterbringung pochten in der Sitzung auch Sonja Schuster (SPD) und Ursula Tuscher (CSU) in ihren Stellungnahmen zum einhelligen Stadtratsbeschluss. Sonja Schuster bat die Verwaltung um eine „Lösung, die ohne größere Umbauten möglich ist“; Ursula Tuscher wies darauf hin, dass künftig ja auch eine Mittagsbetreuung nötig werde.