Schülertexte Klasse! Selbst Winken war verboten

Die Schwarzenbacher Mittelschüler vor einem Wachturm und Stacheldraht im Grenzmuseum Mödlareuth. Nach der Teilung Deutschlands trennte an dieser Stelle bis 1989 eine Mauer das Dorf. Foto: Geschwister-Scholl-Mittelschule Schwarzenbach Quelle: Unbekannt

Die Gründung von DDR und BRD im Jahr 1949 stellt für die Bewohner von Mödlareuth das Dorfleben auf den Kopf. Plötzlich darf man so manchen Nachbarn nicht mehr grüßen.

Mödlareuth/Schwarzenbach an der Saale - Wir, die Klassen 10M und 9a der Geschwister-Scholl-Mittelschule Schwarzenbach an der Saale, haben mit dem Bus einen Ausflug nach Mödlareuth unternommen. Nach einer aufregenden Fahrt über schneebedeckte Fahrbahnen kamen wir pünktlich am Deutsch-Deutschen Museum an. Sofort wurden wir nett empfangen und in einen Seminarraum geführt. Dort startete mittels einer Präsentation die Zeitreise durch das Leben in Mödlareuth.

Wir erfuhren, dass Mödlareuth bereits seit 1810 durch das Königreich Bayern und Fürstentum Reuß getrennt war. Die Grenze verlief entlang des Tannbachs. Jedoch handelte es sich dabei nur um eine reine Verwaltungsgrenze. In dem Dorf gab es beispielsweise eine Schule und ein Wirtshaus. Überall gingen sowohl Thüringer als auch bayerische Dorfbewohner ein und aus.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann eine vollkommen andere Zeit für die Bevölkerung des Ortes. Mit Gründung der beiden deutschen Staaten 1949 begann die gravierende Veränderung in dem Ort. Ein Film mit Originalaufnahmen veranschaulichte uns sehr eindrucksvoll das Alltagsleben an der innerdeutschen Grenze. Wir erfuhren, dass einige Einwohner umgesiedelt wurden. Die übriggebliebenen Bürger auf der Ostseite durften keinerlei Kontakt mehr zu den benachbarten Dorfbewohnern aufnehmen. Selbst das Winken von einer Seite zur anderen war verboten.

Die Besichtigung der noch original erhaltenen Sperranlagen verdeutlichte uns den Aufbau des sogenannten "antifaschistischen Schutzwalls". Mit diesem Begriff rechtfertigte die DDR-Propaganda den Bau der Mauer. In Wirklichkeit sollte sie jedoch die Bevölkerung in der DDR halten. Über 37 Jahre war es nicht möglich, sich in dem Dorf frei zu bewegen. Erst nach dem Mauerfall im Jahr 1989 war für die Bewohner wieder ein normales Dorfleben möglich.

Nach diesem beeindruckenden Besuch ging es für uns, mit vielen Erkenntnissen im Gepäck, wieder zurück nach Schwarzenbach. Klasse 10M,

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