Schützenstraße Hof Ideen-Schau für neues Wohn-Quartier

Rechts im Bild begrenzt die Feuerwehr das Areal, oben die Schützen- und unten die Poststraße. Der Entwurf gefiel unter anderem, weil er viel Raum für Grün lässt und die Begebenheiten in Hof besonders gut aufgreift. Foto: ASP Architekten

Gut ein Jahr lang hat der Wettbewerb, was man aus dem alten Spinnerei-Gelände machen könnte, gedauert. Jetzt hat der Stadtrat den Sieger gekürt und stellt dessen und einige andere Arbeiten in der Freiheitshalle aus.

Hof - Mit dem Areal an der Schützenstraße besteht für die Stadt Hof die Möglichkeit, im Zentrum der Stadt ein neues Quartier mit Schwerpunkt Wohnen zu entwickeln. Nun werden die Arbeiten aus dem städtebaulichen Wettbewerb ausgestellt – und zwar von Dienstag an im Foyer der Freiheitshalle. Nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe müssen die Pläne mindestens eine Woche ausgestellt werden. Dies war coronabedingt bisher nicht möglich – nun ist es soweit, teilt die Medienstelle des Rathauses mit.

Gut ein Jahr lang hat der Wettbewerb, was man aus dem alten Spinnerei-Gelände machen könnte, gedauert. Jetzt hat der Stadtrat den Sieger gekürt. Jemanden, der das umsetzt, hat man aber noch lange nicht.

Die großen Fabrikantenvillen entlang der Schützenstraße sollen Kopien auf dem Gelände bekommen, weiter in Richtung Poststraße finden sich Maisonette-Wohnungen und kleine Reihenhäuschen, dazwischen erstrecken sich ein Boulevard und ganz viel Grün. Und der Clou: Die alte Hoftex-Halle soll aufgespalten werden, um ein Gebäude mit gigantischem Atrium zu erhalten, in dem sich Lofts zum Wohnen, Platz für Dienstleitungen und Gewerbe sowie eine Kita finden. Das und mehr gehört zum Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs für die Schützenstraße, den am Donnerstag der Hofer Stadtrat gekürt hat. Bleibt die bange Frage, ob das jemals Wirklichkeit werden kann.

Die Geschichte ist oft genug die gleiche gewesen in den vergangenen Jahren: Ein Investor hat im Rathaus angeklopft, weil er auf einem Hofer Grundstück etwas machen wollte. Und ist entweder von Stadtverwaltung oder -rat abgewiesen worden, weil sein Vorhaben nicht zu den jeweiligen Ansichten passte, was gut für Hof sein könnte. Oder aber im Lauf der baurechtlichen Planungsarbeiten stellte sich heraus, dass das Vorhaben nicht umzusetzen ist oder nicht an den gewünschten Platz passt. Dieses Prozedere umzukehren – und die Stadt aktiv werden zu lassen beim Überlegen, welche Entwicklung an welcher Stelle positiv wäre – hat immer wieder auf der Wunschliste des Stadtrats gestanden in den vergangenen Jahren. Für die Brache in der Schützenstraße, wegen der es bekanntlich schon viel Investoren-Leid und -Streit gab, hatte man daher im September 2019 einen städtebaulichen Realisierungswettbewerb ausgelobt.

Neun Architekturbüros aus ganz Deutschland haben sich beteiligt, drei Entwürfe waren in die engere Auswahl der Jury geraten. Unter den Juroren waren, und das ist wichtig für die Chancen auf Umsetzung, auch Vertreter des Gelände-Eigentümers, der Hoftex Group. Den Siegerentwurf hat das Büro ASP Architekten aus Stuttgart zusammen mit Johannes Wenzel aus Coburg und Koeber Landschaftsarchitektur aus Stuttgart abgeliefert. „Er hat überzeugt durch einen sehr hohen Identifikationswert mit Hof, einer guten Wohnqualität voller Freiräume und einem geringen Konfliktpotenzial mit der benachbarten Feuerwehr. Das ist maßgeschneidert für das Gelände“, betonte die Hofer Stadtplanerin Ute Mühlbauer in einer früheren Sitzung.

red

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