„Zum Arbeiten. Noch...“, sagt der Finanzbeamte Michael Haas schelmisch mit Blick auf den Bürgermeisterposten. „Nur nach Thiersheim, meine Eltern besuchen“, sagt Ugur Cankurt. Sebastian Schaller muss ein bisschen überlegen. Dann fällt ihm ein: Als er sein E-Auto gekauft und zu Hause noch keine Ladestation hatte, da ist er nach Münchberg zum Laden gefahren – mit kleinem Abstecher ins Fast-Food-Restaurant.
Wohnmobilstellplatz – ja oder nein?
Hier sind sich die Kandidaten einig: Schwarzenbach hat momentan andere Herausforderungen. „Natürlich wäre das gut für den Tourismus, aber wenn man kein Geld hat, kann man es nicht machen“, sagt Ugur Cankurt. „Es gibt dringendere Projekte“, ergänzt Sebastian Schaller. Auch Michael Haas hat den Wohnmobilstellplatz aus seinem Programm gestrichen. Er verweist auf die Wasser- und Stromstationen für Wohnmobile im Rathaushof – so etwas könnte er sich als Kompromiss noch anderswo vorstellen: „Da wären wir mit einem fünfstelligen Betrag dabei.“ Im Vergleich dazu, erklärt er, lagen die Kosten für den Wohnmobilstellplatz bei letzten Schätzungen bei 800.000 Euro.
Was halten die Kandidaten für ihre größte Schwäche?
„Ungeduld“, sagt Sebastian Schaller. Er rechnet schon damit, dass das im Verwaltungsbetrieb zur Herausforderung werden könnte. Weil die Frankenpost-Moderatoren „Neugier“ nicht als Schwäche gelten lassen, muss auch Ugur Cankurt seine Ungeduld gestehen. Michael Haas hat mit etwas ganz anderem zu kämpfen: „Mein Namensgedächtnis ist nicht das allerbeste.“ Namen schreibt er sich deshalb akribisch auf.
Und der Lieblingsplatz in Schwarzenbach?
„Der Förmitzspeicher und die Idylle außenrum“, schwärmt Sebastian Schaller. Hier, in Götzmannsgrün, ist er aufgewachsen, heute wohnt er in Martinlamitz. Michael Haas lebt in der Altstadt, und hier gefällt es ihm auch am besten: „Den Malerwinkel, den Bereich der Stegmühle finde ich schön.“ Von seinem Haus hat er den besten Blick. Lieblingsplatz? „Mein Edeka-Markt“, sagt Ugur Cankurt wie aus der Pistole geschossen und schwärmt vom Café und einem Architekturpreis. Das kann Michael Haas allerdings nicht unkommentiert lassen: „Warum bewirbst du dich denn dann weg?“ Da muss auch Ugur Cankurt lachen.
Auf welcher Schwarzenbacher Veranstaltung sind die Kandidaten am liebsten?
Schwarzenbach an der Saale, auch bekannt als Kunst- und Kulturstädtchen, hat viele gesellige und kulturelle Veranstaltungen, die Menschen aus der ganzen Region anlocken. Sebastian Schaller mag den italienischen Abend im Rathaushof am liebsten – hier hilft er selbst im Ausschank mit. Das Wiesenfest gehört für Ugur Cankurt zu den Highlights, weil er hier ausgelassene Zeit mit seiner Familie und seinen Kindern verbringen kann. Michael Haas mag das Altstadtfest noch lieber: „Weil sich da die gesamte Altstadt rausputzt mit bunten Lichtern, mit der Fähre über die Saale, und weil so viele Vereine mitwirken.“